9. 3. 2004

Keine Unterschrift - Keine Chance

Der “Amtsweg” - wer kennt ihn nicht? Nun, genau genommen kennt ihn eigentlich niemand. “Lang und müßig” soll er sein, so weiß der Volksmund, aber wohl auch nur als Erklärung für lange Wartezeiten. Wo er genau lang führt, weiß niemand. Versucht man selbst einmal, bei einer Behörde einen Verantwortlichen für eine Anfrage oder gar Beschwerde zu erreichen, merkt man recht schnell, woran es oft hapert: Niemand fühlt sich verantwortlich.

Man wird von Behörde A zu Behörde B verwiesen, von dort weiter zu Behörde C, wo man erfährt, dass Behörde A für den Fall zuständig ist. Eines der großen Probleme in unserem Land ist offensichtlich, dass bei der Verwaltung der Kopf oftmals nicht weiß, was der Schwanz gerade tut. Man sollte sich doch wirklich einmal fragen, ob es nötig ist, so viele Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst damit zu beschäftigen, ihre eigenen Verantwortlichkeiten zu klären, Unmengen von veralteten und unverständlichen Vorschriften anwenden zu lernen und im Wesentlichen zu prüfen, ob Unterschriften auf Formularen und Anträgen richtig gesetzt sind.

Es verwunderte mich doch sehr, dass man seine Steuererklärung jetzt mit Hilfe eines eigens entwickelten Programms des Finanzamtes erstellen und diese auch direkt online zum Finanzamt übermitteln kann. Bei genauerem Nachfragen erfuhr ich allerdings recht schnell, dass man dennoch ein Formular beim Finanzamt einreichen muss, in dem man die digitale Übermittlung bestätigt - denn ohne Unterschrift ist ja bei Behörden alles ungültig.

Wenn man keinen Fortschritt will, dann muss man ihn eben vortäuschen. Die alt bewählte Strategie der Behörden greift auch hier.

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