SPD-Minister vorgestellt
Die SPD hat ihre acht Minister für die kommende Regierung vorgestellt.
Wer darf bleiben?
Frank Walter Steinmeier: Außenminister (bisher Kanzleramt)
Ein Bruch im Auswärtigen Amt; statt des schillernden und selbstbewussten Joschka Fischer ist nun Steinmeier Herr der Außenpolitik. Kategorie: Parteisoldat
Ulla Schmidt: Gesundheit
Eine Frau von außergewöhnlicher Leidensfähigkeit, der es immer wieder gelingt, die Aufmerksamkeit von ihrem allgemeinen Versagen auf bestimmte persönliche Details und Nebenkriegsschauplätze zu lenken. Kategorie: Parteisoldatin
Heidemarie Wieczorek-Zeul: Entwicklungshilfe
Hatte ihr Amt zuvor bereits als Zugeständnis an die SPD-Linke inne; kaum öffentliche Präsenz, fällt ebenfalls vor allem durch Äußerlichkeiten und gelegentliche Fehlgriffe auf. Kategorie: Qutenposten
Brigitte Zypries: Justiz
Verschwand beinahe hinter Otto Schily, der die gesamte Rechts- und Innenpolitik usurpierte; mehrmals mit juristisch umstrittenen Meinungen zitiert worden. Dürfte den Posten vor allem durch Unscheinbarkeit gewahrt haben. Kategorie: Quotenposten
Wer kommt neu?
Peer Steinbrück: Finanzen
Im Finanzministerium wird die Kontinuität gewahrt - auch der neue Minister ist ein Ministerpräsident, der in einem zuvor angestammten SPD-Land abgewählt wurde. Kategorie: Parteisoldat
Sigmar Gabriel: Umwelt
Auch Sigmar Gabriel ist vom Wähler abgestraft worden - ein Grund mehr, ihn ins Umweltministerium zu entsenden. Dort dürfte der “Pop-Beauftragte” ganz in der Tradition seines Vorgängers die Zeit damit verbringen, hahnebüchene Vorschläge und Schlagzeilen zu machen. Kategorie: Clown
Wolfgang Tiefensee: Verkehr
Wegen des Spezialauftrages “Aufbau Ost” muss der Verkehrsminister ja heutzutage aus den Neuen Bundesländern kommen; nachdem das Gnadenbrot für Manfred Stolpe nun abgelaufen ist, wird der Posten nun durch den in Ostdeutschland sehr populären Wolfgang Tiefensee ausgefüllt. Kategorie: Volkstribun
Franz Müntefering: Arbeit
Last, but not least, der SPD-Vorsitzende selbst. Als Vizekanzler und Arbeitsminister wird er nun selbst der Regierung angehören - sicher vor allem, um ein Gegengewicht zu Merkel und Stoiber bilden zu können. Den Fraktionsvorsitz gibt Müntefering nun auf: Nach Schröders Ausscheiden muss er nun selbst regieren, was ihm wohl durch die Bereitschaft Peter Strucks, die Fraktion zu führen, erleichtert wurde. Denn vom “stummen Diener” Struck ist sicher keine heimliche Opposition zu befürchten, wie sie Müntefering zeitweise selbst gegen Schröder führte. Kategorie: Strippenzieher
Angela Merkel wird die CDU-Minister in den nächsten Tagen vorstellen. Ob wohl auch sie uns eine Liste nur jener Leute präsentieren wird, die in der Situation noch Lust hatten?









