1. 11. 2005

Aktion: “Wir wollen Franz”

Wie immer, wenn im Vorstand einer Partei oder sonstigen Organisation irgend eine Art von Entscheidung gefällt wird, findet sich auch in diesem Falle jemand, der “im Namen der Basis” dagegen wettert und versucht, sie noch einmal umzustoßen. In diesem Fall in Form der Unterschriftenaktion “Wir wollen Franz”, die gerade etwas über 3700 Unterzeichner gefunden hat. Die Websozis scheinen das ähnlich zu sehen und linken ebenfalls auf die Unterstützerseite.

Das unterstreicht einerseits, worauf der Kollege Statler bereits hingewiesen hat - dass im Nahles-Streit eigentlich noch keine Entscheidung gefallen ist. Andrea Nahles wurde vom Parteivorstand vorgeschlagen (und kriegt ja auch schon kalte Füße), Franz Müntefering hat angekündigt, dass er nicht mehr als Vorsitzender kandidieren will - eigentlich steht ja noch gar nichts fest. Der Parteitag könnte durchaus noch Nahles abwatschen und Münte wieder auf den Schild heben, so unwahrscheinlich das auch ist. Das wäre dann natürlich brandgefährlich für die zwei Herren, die jetzt schon seine Nachfolge unter sich ausmachen wollen: Der Vorwurf der Illoyalität läge auf der Hand.

Und auch “Münte” selbst sieht seine politische Karriere offenbar nicht als beendet an, alles andere als das: Arbeitsminister und Vizekanzler möchte der Westfale immer noch werden, nur den Parteivorsitz will er nicht mehr ausfüllen. Was das nun für die Machtverhältnisse in der SPD bedeutet, wird sich wohl erst auf dem Parteitag zeigen. Bis dahin hat die SPD so viel mit sich selbst zu tun, dass die Große Koalition wohl noch eine Weile auf sich warten lassen wird.

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