Atomkonsens bleibt erhalten
Schlechte Nachrichten für Energiepreis und Wirtschaft, sollte man meinen: Der Atomkonsens, den die rot-grüne Regierung ausgehandelt hat, wird auch von der Großen Koalition unverändert übernommen. Das bedeutet, dass es nach wie vor das Ziel ist, 2021 den letzten deutschen Atomreaktor abgeschaltet zu haben. Doch ganz so schnell sollte man das Thema nicht abhaken - denn wie auch die Atomkraftgegner immer wieder betont haben, gehen die vereinbarten Restlaufzeiten meist bis an den Rand der technischen Lebensdauer der Atomanlagen. Es werden also überwiegend Reaktoren abgeschaltet, die ganz unabhängig von ökologischen Erwägungen ohnehin zu alt wären; da kann man sich kaum widersetzen.
Auf der anderen Seite hat die Koalition aber die Haltung zur Modernisierung und zum Ausbau nuklearer Energienutzung korrigiert. Die Erforschung neuer, sichererer Atomkraftwerke soll nicht nur erhalten, sondern sogar noch ausgebaut werden. Und ob Deutschland sich angesichts der kommenden Energiekrise aus ideologischen Gründen weigern wird, seine selbst entwickelten, sicheren Energiequellen zu nutzen, darf man bezweifeln. Also sind wir vielleicht bei der nächsten oder übernächsten Runde neuer Reaktoren wieder dabei? Hoffnung besteht jedenfalls, da auch noch in dieser Legislaturperiode ein neues Gesetz zur Entsorgung radioaktiven Mülls verabschiedet werden soll.
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