9. 11. 2005

Nachruf auf einen Tyrannen: Apollo Milton Obote

Abgelegt unter Kay Hanisch, Außenpolitik

Der einstige Präsident von Uganda führte sein Land 1962 als Premierminister in die Unabhängigkeit von Großbritannien. Kurz darauf entmachtete er Staatspräsident Mutesa II., der gleichzeitig König des privilegierten Teilstaates Buganda war. Apollo Milton Obote errichtete ein Einparteiensystem und ließ jede oppositionelle Regung brutal unterdrücken. Sein politischer Ziehsohn Idi Amin vertrieb ihn 1971 von der Macht. Doch der neue Herrscher entpuppte sich als noch brutaler und unberechenbarer als Obote, der nach Tansania geflüchtet war, wo er das Wohlwollen von Präsident Julius Nyere genoß. Als Idi Amin einen Grenzkrieg mit dem viel größeren Tansania provozierte, marschierten tansanische Truppen und Obote-Anhänger 1979 in Uganda ein. Mittels Wahlfälschung und diktatorischer Mittel hielt sich der wirtschaftlich erfolglose Despot von 1979-1985 ein zweites Mal an der Macht. Gegen die Anhänger des heutigen Präsidenten Yoweri Museveni gingen seine Soldaten besonders brutal vor. Nach dem Obote 1985 von Militärs unter Tito Okello gestürzt wurde, ließ er sich für 20 Jahre im Sambia Kenneth Kaundas nieder. Am 10.10.2005 starb er nach mehreren Schlaganfällen in Johannesburg an Nierenversagen.

Apollo Milton Obote gehörte zu der Generation der “Big Men”, die ihre Heimatländer selbst in die Unabhängigkeit geführt haben. Große politische Verdienste um sein Land hat sich dieser Despot aber nicht erworben.

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