9. 11. 2005

Sprachregelung der Woche: “Einnahmeverbesserungen”

Ich habe es gestern zuerst bei Roland Koch gehört, heute von Angela Merkel und Stefan Kampeter. Freunde und Bekannte berichten von weiteren Vorkommen der genialen Sprachschöpfung der Großen Koalition: Die “Einnahmeverbesserung” ist da! Steuererhöhung, das hat so etwas Unfreundliches. Allein schon das Wort “Steuern” ist ja sehr negativ belegt - warum also nicht mal aus der Sicht des Staates argumentieren? Und da ja jede Steuererhöhung die Einnahmen verbessert, redet man eben davon.

Sprachregelungen haben immer den lustigen Effekt, dass man ein stumpfsinniges neues Wort (oder eines, das wie hier offensichtlich die Bürger an der Nase herum führen soll) nicht nur von seinem “genialen” Urheber hört, sondern auch von dessen Partei- oder Koalitionsfreunden. Da wir jetzt die Große Koalition haben, werden uns die Einnahmeverbesserungen also bei einer überwältigenden Mehrheit der Interviewpartner der politischen Presse begegnen. Als Wort, und als Beschluss in der Koalition.

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