WASG-Streit zieht weitere Kreise
Die Fusion zwischen WASG und PDS zieht offenbar weitere Kreise: Nach dem “Leverkusener” streitet nun auch ein “Bernburger Kreis” innerhalb der WASG für eine Eigenständigkeit ihrer Organisation und gegen die geplante Linkspartei. Yahoo.de zitiert unter Berufung auf die mitteldeutsche Zeitung ein Mitglied dieses Kreises, Hans-Jörg Guhla: “Wir prüfen, wie es uns gelingt, als WASG eigenständig zur Landtagswahl anzutreten”. Offenbar hatten die “lieben Freunde” von der PDS den Hinweis darauf, dass die vorgelegten Listen vor allem mit ihren Vertretern besetzt werden sollten, etwas zu ernst genommen - und nur eine WASG-Bewerberin auf die ersten zwanzig Plätze gewählt. Das dürfte dem Verhältnis der Mitgliederzahlen entsprechend für die Wahlalternative eher schmeichelhaft sein, genügt dort einigen aber nicht. Aus verständlichen Gründen, denn gerade im Osten gibt sich die PDS kaum Mühe, Unterschiede zur WASG zu nivellieren oder zu vertuschen - auch Unterschiede programmatischer Art.
So wirft manch einer der Landesvorsitzenden vor, durch einen Kuschelkurs mit der PDS vor allem persönliche Interessen zu verfolgen; sie hat es nämlich auf diesen einen Platz auf der Landesliste geschafft. Hach, wie schön - diese Herrschaften wollen mit Postengeschacher und Streiterei in der Politik Schluss machen und das Interesse der Menschen vertreten?
Auch jens vom politikinside-Team übt sich in Schadenfreude - ob seine Meinung, dass die Linkspartei sich in “zwischen 4 und 8 Jahren” wieder verabschiedet haben wird, Bestand hat, ist aber eine andere Frage. Denn solche Streitereien gehören zur Politik dazu, und gerade Wähler von extremen Parteien neigen dazu, einiges an Chaos und dubiosen Geschichten zu verzeihen, der Sache wegen.










„Denn solche Streitereien gehören zur Politik dazu, und gerade Wähler von extremen Parteien neigen dazu, einiges an Chaos und dubiosen Geschichten zu verzeihen, der Sache wegen.“
Naja. Bis diese extreme Partei das Maß an Chaos und dubiosen Geschichten erreicht hat, welches wir bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin beobachten durften, fließt noch viel Wasser die Saale hinunter.
;)
Comment von Björn Gießler — 23. 11. 2005 @ 23:34
Auch wieder wahr. :)
Comment von Karsten — 23. 11. 2005 @ 23:35
In Berlin ist die Lage noch dramatischer: Dort hat der Parteitag beschlossen, zu den Wahlen mit einer eigenen Liste anzutreten. Urabstimmung der Mitglieder steht noch aus - aber Handgreiflichkeiten beim Parteitag? Ts, ts.
Comment von Karsten — 28. 11. 2005 @ 2:51