20. 3. 2006

Wo lügt Westerwelle?

Abgelegt unter Karsten Dürotin, Personen

So ganz begreife ich nicht, auf welcher Basis Gerhard Schröder Guido Westerwelle eigentlich verklagen will. Hier noch einmal die Aussage Westerwelles, zitiert nach n-tv:

“Ich finde es allerdings problematisch, dass er als Bundeskanzler einer Firma einen Auftrag gegeben hat und dann wenige Wochen nach Amtsübergabe in die Dienste eben jener Firma tritt.”

“Grob unwahr” sei diese Behauptung, lässt Schröder über seinen Anwalt verkünden - und fordert vom FDP-Vorsitzenden eine Unterlassungserklärung. Abeer warum? Welcher Teil der Aussage ist denn nun unwahr? War Gerhard Schröder etwa nicht Bundeskanzler? Doch, ziemlich eindeutig. Hat er etwa nicht an der Vergabe des Pipeline-Auftrags an ein von Gazprom dominiertes Konsortium mitgewirkt? Hm, doch, auch das - n-tv zeigt sogar ein hübsches Bild, auf dem sich Schröder und Putin gemeinsam über ihren Abschluss erfreut zeigen. Also muss es wohl der letzte Teil sein, und unser Altkanzler tritt nicht wenige Wochen nach der Amtsübergabe in die Dienste des neuen Konsortiums? Stimmt auch nicht, Schröder wird dem Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft vorsitzen.

Wir können wohl ausschließen, dass Schröder glaubt, mehr über Guido Westerwelles Empfindungen in Bezug auf diese Angelegenheit zu wissen, als dieser selbst - also bleibt kein Teil der Behauptung mehr übrig, den man als “grob unwahr” abtun könnte. Oder sehe ich das falsch? Kann mir einer helfen?

8 Kommentare »

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  1. Mit dem Thema Haare färben hatte auch niemand gelogen, das wollte Schröder aber nicht hören…

    Sein Verständnis von Meinungs- und Pressefreiheit gleicht dem von Putin immer mehr finde ich.

    Comment von Oliver — 20. 3. 2006 @ 12:15

  2. Ah, Cross-Commenting. Hallo Oliver, war gerade bei dir zu Besuch. :)

    Ich weiß nicht, ob der Mann nun seine Haare färbt. Ist mir auch egal. Ob sein neuer Job aber ein “Gschmäckle” hat oder nicht, das ist mir nicht egal.

    Comment von Karsten — 20. 3. 2006 @ 12:18

  3. Die Haare waren sicher nicht gefärbt. Das war was anderes, Bspw eine Tönung.

    Auch hier wird ein ähnlicher Fall vorliegen: Er ist nicht in die Dienste dieser Firma eingetreten, sondern hat dort einen Posten übernommen.

    Comment von Luc — 20. 3. 2006 @ 13:32

  4. Vermutlich meint er, er habe keinen Auftrag für das Konsortium erteilt. Formal ist das zwar richtig, der Deal ist ja “nur” in seiner Amtszeit zustandegekommen(profitiert hat ein Unternehmen, das bereits schon einmal im Verdacht der Vorteilsnahme durch die Ex-Regierung stand, sowie die quasi Putin gehörende Gasprom).

    Lächerlich bleibt die Aktion aber dennoch.

    Comment von Rubber The Chicken — 20. 3. 2006 @ 14:05

  5. Altkanzler “Acker”

    FDP-Chef Westerwelle hat sich kritisch zu dem Engagement von Altkanzler Schröder für die Ostsee-Pipeline geäußert. Nun muss er mit einem juristischen Nachspiel rechnen.
    (…)
    Darin soll sich Westerwelle verpflichten, «bei Meidung einer Vert…

    Trackback von FPi * sozial * liberal * ökologisch — 21. 3. 2006 @ 2:29

  6. Rubber the chicken? Das erinnert mich an jemand ;-)
    Diesmal nicht beim Chinesen gewesen (Rubberduck), sondern bei McD?
    Ansonsten zum Thema: Höchstwahrscheinlich wird Schröder mit dieser Klage grandios scheitern.

    Comment von Clark — 21. 3. 2006 @ 9:30

  7. Ich glaube in der FR gelesen zu haben, Westerwille finde Schröders Wechsel in den neuen Job “unappetitlich”.

    Comment von Kay Hanisch — 21. 3. 2006 @ 14:34

  8. Nee, Clark, das bin ich nicht - auch, wenn es sich vielleicht ein wenig nach meinem alten Computerzocker-Nickname anhört. Hm, ich habe lange nicht mehr gedaddelt, fällt mir da doch auf…

    Comment von Karsten — 21. 3. 2006 @ 17:22

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