10. 4. 2006

Not welcome Mr. Ahmadinedschad

Moment mal - was waren doch gleich noch einmal die Gründe dafür, dass tausende von Menschen sich zusammenfanden, um gegen die Besuche von George Bush in Berlin und Mainz zu demonstrieren? Ja, richtig, man warf ihm vor, ein Kriegstreiber zu sein, der andere Nationen bedroht und attackiert. Dass er verantwortlich sei für Tote unter der Zivilbevölkerung, wurde Bush ebenso vorgehalten wie die Tatsache, dass seine Regierung gegen internationale Verträge und das Völkerrecht verstoßen habe. Bushs Politik sei eine Gefahr für das friedliche Zusammenleben der Nationen, so hörte man oft, er bedrohe die Demokratie und schicke junge Menschen für seine außenpolitischen Ziele in den Tod.

Na gut, ich habe schon den einen oder anderen Diskussionspartner erlebt, der für all diese Behauptungen recht überzeugende Argumente liefern konnte - und ich bin sicher kein Fan der Bush-Regierung. An der Zahl der Demonstranten gegen einen möglichen Besuch des iranischen Präsidenten in Deutschland wird sich aber erkennen lassen, ob all diese Kritikpunkte wirklich im Mittelpunkt standen - oder ob es nicht doch um Antiamerikanismus ging. Denn was immer man Bush auch vorwerfen kann: Ahmadinedschad macht die gleichen Fehler, lauter, unsubtiler, eindeutiger und ohne jedes Anzeichen von Selbstkritik. Ich hoffe, dass meine Mitbürger ihm erst recht eine deutliche Botschaft zukommen lassen: “Not welcome Mr. Ahmadinedschad”. Wenn’s schon der Schäuble nicht tut.

6 Kommentare »

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  1. Zu Gast bei Freunden?

    Verschickt an den Botschafter des Iran in Berlin:
    iran.botschaft@t-online.de
    Kopie an Innenminister “Willkommen-Herr-Holocaustleugner” Schäuble:
    poststelle@bmi.bund.de

    Sehr geehrter Herr Botschafter Khareghani,
    wie ich den Medien entn…

    Trackback von B.L.O.G. - Bissige Liberale ohne Gnade — 10. 4. 2006 @ 10:13

  2. Denn was immer man Bush auch vorwerfen kann: Ahmadinedschad macht die gleichen Fehler…

    Welches Land möchte Herr Bush denn von der Landkarte tilgen?
    Oder wann hat er denn den Holocaust als Märchen bezeichnet?

    Vielleicht sollte man, bei aller berechtigten Kritik, mit Gleichsetzungen vorsichtiger sein.

    Comment von Boche — 10. 4. 2006 @ 10:20

  3. Haha… ganz genau!

    Bei dem lieben iranischen Präsidenten ist das natürlich was anderes, der wird ja nur von den US-Imperialisten bedroht und muss sich schützen!

    Da werden nicht viele demonstrieren.

    Comment von Oliver Luksic — 10. 4. 2006 @ 10:21

  4. Matschdattel auf die Ehrentribüne!

    Doch! Unbedingt! Lasst Ahmadinejad zur Fussballweltmeisterschaft einreisen! Wenn er das wirklich will, gerne! Kamera drauf! Zuschauen, wie sich die ganze Welt von ihm abwendet! Wie sich alle übrigen Ehrengäste die Hand vor die Augen halten, um ihn ni…

    Trackback von www.extrablog.de — 10. 4. 2006 @ 10:22

  5. @Boche:
    Keine Gleichsetzung. Ich habe nur unter der Voraussetzung argumentiert, dass ich die Kritik der Friedensaktivisten an George Bush einfach mal ungeprüft übernehme. Und dass er zwar nicht ganzen Ländern, so aber doch souveränen Regierungen, öfter mal mit Auslöschung droht (Stichwort Regime Change), ist ja nun doch eine Tatsache - auch, wenn ich sie anders bewerte als die Friedensbewegten. Den Holocaust hat er aber sicher nicht bestritten, das leistet sich Ahmadinedschad als einer der wenigen politischen Führer der Welt.

    Comment von Karsten — 10. 4. 2006 @ 10:52

  6. @Karsten

    Ok.

    Und dass er zwar nicht ganzen Ländern, so aber doch souveränen Regierungen, öfter mal mit Auslöschung droht (Stichwort Regime Change), ist ja nun doch eine Tatsache - auch, wenn ich sie anders bewerte als die Friedensbewegten.

    Wobei es doch einen qualitativ bedeutenden Unterschied gibt, ob man Länder oder Diktatoren beseitigen will. Die Vokabel “Auslöschen” ist im letzteren Fall deshalb unpassend.
    Aber da scheinen wir ja einer Meinung wenn auch nicht einer Sprache zu sein. ;-)

    Comment von Boche — 10. 4. 2006 @ 13:18

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