Ohne Verzögerung?
Na, das ist ja mal wieder ein genialer Plan: Der SPD-Arbeitsmarkexperte Klaus Brandner hat mal wieder die Arbeitsunwilligen als größtes Problem der deutschen Wirtschaft ausgemacht. Klar, wenn diese Faulenzer nicht wären, dann hätten wir morgen schon wieder Vollbeschäftigung. Aber Brandner geht noch über diese üblichen Aussagen hinaus, mit denen sich immer wieder Politiker Zustimmung erheischen: Er hat einen Plan, wie man die Unwilligen erkennen kann. Und wie sieht der aus?
Der WELT hat Brandner seinen Plan vorgestellt. Er lautet: “Diejenigen, die Leistungen beanspruchen, sollen ohne zeitliche Verzögerung Angebote von Trainingsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten oder konkreten Stellen bekommen“. Eigentlich ja eine tolle Idee - indem man den Arbeitslosen möglichst schnell vermittelt, kann man feststellen, ob er wirklich an Arbeit oder nur an Leistungen interessiert ist. Gedanken macht mir dabei nur eines: Warum gibt es denn überhaupt eine zeitliche Verzögerung, bevor die Arbeitslosen Angebote erhalten? Sind diese Angebote nicht ohnehin die wichtigste Aufgabe der Bundesagentur für Arbeit? Und sollte man sie nicht eher dafür kritisieren, dass es ihr bisher offenbar nicht gelang, schnell und effizient die Vermittlungstätigkeit aufzunehmen - anstatt in diesem Zusammenhang wieder einmal auf imaginäre Faulenzer einzuschlagen?









