Bewegung in die richtige Richtung
Die Blogosphäre wird erwachsen - das hört man immer einmal wieder, augenblicklich vor allem im Zusammenhang mit den Opelbloggern. Was die explizit politische und gesellschaftskritische Blogosphäre angeht, so habe ich aber auch diesen Eindruck. Als ich vor knapp zwei Jahren anfing, politische Blogs zu lesen und selbst einen zu betreiben, war das Ganze vor allem ein großer Spaß. Strikt nach Links (Sozialisten, Grüne und radikale Linke) und Rechts (Liberale, Libertäre und Konservative) sortiert, schrieben wir alle hauptsächlich Polemiken und scharf formulierte Argumentationen, ließen uns von den Anhängern der “eigenen Seite” bestätigen und vollführten in den Kommentarspalten eher das Äquivalent von Schulhofschlägereien als eine konstruktive Diskussion. Die bekanntesten Blogs waren jene, die besonders heftige und/oder geschmacklose Attacken fuhren, und wer es wagte, sich auf fremdes Terrain zu begeben, der wurde dort schlicht auseinander genommen.
Diese Situation hat sich, jedenfalls ist das mein Eindruck, mittlerweile deutlich verändert. Sicher, Blogs sind immer noch schärfer im Tonfall, klarer und subjektiver in der Argumentation als die Mainstream-Medien, die meisten Blogger aber haben sich mittlerweile in der Blogosphäre eingerichtet und sind zunehmend an inhaltlicher Auseinandersetzung und einem respektvollen Umgang miteinander interessiert. Woran mache ich das fest?
Die Lagerbildung beginnt allmählich, sich aufzulösen. Extremistische und geschmacklose Blogs, die zuvor als Vertreter des eigenen Camps in den Blogrolls auftauchten, verabschieden sich allmählich von dort - als Beispiel möchte ich hier “Fakten und Fiktionen”, “Politically Incorrect” sowie (allerdings eingeschränkt (*) ) die “Gegenstimme” benennen, die sich allesamt schon seit langem durch heftige und nicht konsensfähige Attacken auf Schwule, Ausländer und “Linke” ausgezeichnet haben. Zwar sind andere Pöbelblogger wie etwa “nixxon” und “politischinkompetent” nach wie vor in vielen Blogrolls vorhanden, aber auch ihre Bedeutung ist durch den Rückgang der Verbalschlägereien im Sinken begriffen.
Auf der anderen Seite etablieren sich immer mehr offene und zielorientierte Diskussionen zwischen Bloggern unterschiedlicher Ansichten. Die “Bissigen Liberalen” etwa pflegen seit längerem angeregte Unterhaltungen mit “Metalust und Subdiskurse” (und haben mit Marian Wirth auch einen erklärten Sozialdemokraten unter den eigenen Autoren). Hier in unserer eigenen Kommentarspalte gibt es sowohl ernsthaft-politischen als auch humoristischen Austausch zwischen jenen, die früher als “Neoconnards” bezeichnet wurden (Rayson Boche und jo@chim etwa) und jenen, die diese Bezeichnung gern verbreitet haben (z. B. Dr. Dean, der zwar immer noch viel zu lang schreibt, um alles zu lesen, sich aber deutlich gemäßigt hat, sowie Che2001). Gemeinsamkeiten werden ebenso entdeckt wie Unterschiede, Zynismus und Attacken weichen Neugier und dem Austausch von Überzeugungen.
Natürlich ist das nicht zu verallgemeinern. Nach wie vor wird oft sehr persönlich diffamiert, wenn etwa “Statler” “Marcc” als “so eine Susi” tituliert oder “Dr. Dean” “jo@chim” vorwirft, ein Domaindieb zu sein (was ich bis heute noch nicht ganz durchschaut habe - mir aber auch relativ egal ist). Und dass wir unterschiedliche politische Ansichten haben, darüber werden wir wohl nie ganz hinwegkommen - und sollten das auch nicht.
Ich freue mich aber darüber, wenn der “Kindergarten”, den wir in der politischen Blogosphäre so manches Mal erleben, immer mehr zurückgeht und einer sinnvolleren Beschäftigung mit dem Thema weicht. Denn nur auf diesem Weg kann sie eine Position als “Gegenöffentlichkeit” erreichen, von der viele von uns träumen. Dabei helfen freiwillige Mäßigung und größerer Respekt vor dem anderen, ein offeneres Diskussionsverhalten und auch Aktionen, die über alle Grenzen unterschiedlicher Auffassungen hinweg die Blogger mobilisieren (ein kleiner Anfang war etwa unsere Darfur-Aktion, der hoffentlich noch andere folgen werden). Was dabei nicht hilft, sind neue Spaltungen und voreilige Kategorisierungen, das habe ich selbst bei der Neuorganisation der Blogroll lernen müssen.
Auf jeden Fall hoffe ich, dass die von mir wahrgenommene Entwicklung sich fortsetzt und dabei auch die Aufmerksamkeit der “ersten Öffentlichkeit” für unsere Aktivitäten hier in Klein-Bloggersdorft steigt. Das wäre ebenso erfreulich wie sinnvoll.
(*) eingeschränkt vor allem aufgrund von Beiträgen wie diesem hier, die eine ganz andere Geisteshaltung präsentieren als die von den anderen beiden Blogs präsentierte.










Im Detail bin ich vielleicht auch abweichender Meinung - unterm Strich kann ich dir hier aber nur zustimmen.
Wobei: Die Anfangsphase, von der du schreibst, habe ich gar nicht mitbekommen. Deshalb wunderte es mich ein wenig, dass von mir in Verbindung mit dem Wörtchen “früher” und der Titulierung “Neoconnard” die Rede war. Früher war ich noch gar nicht in Klein-Bloggersdorf. Und dort, wo ich virtuell war, schimpfte man mich eher (Mr.
BDean - festhalten!) einen Linksliberallalla.Oder vergeht die Zeit so schnell?
Comment von Boche — 29. 5. 2006 @ 12:56
Ah, Boche hat eine Gelegenheit gefunden, mir zuzustimmen. *g*
Ich habe dich mal aus der Aufzählung herausgenommen und bitte, meinen Gedächtnislapsus zu verzeihen; natürlich, als die “Schlacht” so richtig in Gang kam, war Rayson ja noch allein als “Unfrisierter” unterwegs…
Eine Frage habe ich aber nun doch: Wo giltst du denn bitte als “Linksliberallala”? Müssen Libertäre sein, in deren Gesellschaft du damals warst, oder? :)
Comment von Karsten — 29. 5. 2006 @ 13:42
Den Begriff Neoconnard hat Rebellmeyer eingeführt (-> Neocon plus franz. für Arschloch). Ich denke, Don Alphonso darf sich einiges ans - im Grunde apolitische - Dandy-Hemdchen heften für die Eskalation des Stammtisches, die zeitweise vorgeherrscht hat. Von ihm stammt auch der Vorwurf, ich wäre ein “Domainräuber”, den Dean kolportiert. Dies ist schlicht üble Nachrede: da es dem grossen Don nach >1000 Tagen Rebellen ohne Markt immer noch an der kreativen Fantasie und/oder dem Interesse gemangelt hatte, den mehr oder weniger nahe liegenden Domainnamen rebellmarkt.de anzumelden, habe ich das getan und die URL auf das Weblog der Rebellen für mehr Markt antibuerokratieteam.de weitergeleitet. Als Rainer Meyer dies in seiner unnachahmlich freundlichen Art und Weise monierte, habe ich ihm angeboten, ihm die Domain zu übergeben, gegen ca. 10EUR Aufwandserstattung für das restliche halbe Jahr Hosterkosten, die ich vorab bezahlt habe. Als Antwort gabs lediglich die Ansage, ich würde ihn “anbetteln” - und in diversen Blogs verbreitete Vorwürfe, wie die von Dean (der allerdings auch noch aus dem selben Grund wie Che lernen wird, dass Pöbeleien nicht gut für die Reputation sind, da bin ich mir sicher ;))
Ich habe dies hier etwas detaillierter ausgeführt, um die Methodik aufzuzeigen, mit der hier nach dem Motto “es wird schon etwas hängen bleiben” mit Schmutz geworfen wurde. Nein, nach wie vor wird: Nixxer, Weber etc. pöbeln ja ungebremst weiter. Viele liberale Weblogs haben aus den Hasstiraden bei F&F und PI (Deine Einschätzung von Gegenstimme teile ich in dieser Form nicht) ihre Konsequenzen gezogen. Wo bleibt die klare Abgrenzung der seriösen linken Blogger zu ihren Kindergartenrabauken?
Comment von jo@chim — 29. 5. 2006 @ 14:01
“Was eint die Liberalen und Libertären Blogger, die ich in meiner Blogroll verlinke? Das Bekenntnis zur Marktwirtschaft, der Ruf nach einem schlanken Staat, ein fortschrittliches Gesellschaftsbild und die Würde des Menschen als Maxime ihres politischen Denkens und Handelns.
Aus den letztgenannten beiden Punkten leitet sich wiederum – notwendigerweise, wie ich behaupte - eine Solidarität mit Israel und den Vereinigten Staaten im Kampf gegen Islamofaschisten und Diktatoren aller Couleur ab. Diese als „prowestlich“ zu bezeichnende Haltung hat innerhalb der Blogosphäre zu einer relativ engen Verbindung zwischen Liberalen und Konservativen Bloggern geführt.”
Mehr:
http://martin-hagen.blogspot.com/2006/05/spreu-und-weizen.html
Comment von Martin S. Hagen — 29. 5. 2006 @ 14:08
Danke, jo@chim, jetzt habe ich endlich mal kapiert, worum es bei diesen seltsamen Vorwürfen überhaupt geht…
Ich hoffe, dass auch auf der “linken” Seite der Blogosphäre eine ähnliche Abgrenzung erfolgen wird, wie sie auf der “rechten” bereits geschehen ist - zumindest aber ist die Aufmerksamkeit, die die Rabauken erhalten, deutlich zurückgegangen. Ist dir das nicht aufgefallen?
Zur Gegenstimme: Da bin ich manchmal ganz eindeutig der oben angeführten Meinung, an anderen Tagen zweifle ich selbst. Es gab eine ganze Reihe von Postings, etwa über Homosexualität, aber auch den Islam, die mir doch erheblich zu weit gingen. Andererseits habe ich schon sehr gut und sachlich mit Jürgen Krafzik und Michael Meyn diskutiert… vielleicht schränke ich da besser etwas ein.
Comment von Karsten — 29. 5. 2006 @ 14:08
@Martin Hagen:
Ich sehe eben auch ein anderes einigendes Band, das andere Leute verbindet als ein “Prowestliches” und ein “Linkes” Camp: Nämlich die Blogger, die an echter politischer Diskussion interessiert sind. Und das schließt für mich Scharfmacher und Hetzer aus - was ich schon immer geäußert und dabei Roß und Reiter benannt habe. Dafür habe ich auch reichlich Kritik von Freunden bezogen, wie du dich vielleicht noch erinnerst - damals, als PI und Kewil noch als “prowestliche Mitstreiter” galten. Ich behaupte heute mal, dass ihr nur mehr Geduld hattet als ich.
Comment von Karsten — 29. 5. 2006 @ 14:16
@Karsten: Abneigung gegen Homosexuelle ist ja an sich weder strafbar, noch moralisch verwerflich (ebenso wenig wie Vorbehalte gegenüber KapitalistInnen, Muslimen, Heteros oder Blutwurst). Der Knackpunkt ist, ob die jeweilige persönliche Phobie zur (ggf. mit Gewalt) durchzusetzenden Norm erhoben werden soll. Hier wird auf Gegenstimme deutlich zurückhaltender argumentiert.
@Martin: Man muss nicht unbedingt “kulturprogressiv” denken, so wie wir beide ;) um Liberaler sein zu können - Liberalismus geht imho sehr gut mit konservativen Wertevorstellungen zusammen (aber das gehört wohl in einen anderen Thread).
Comment von jo@chim — 29. 5. 2006 @ 15:09
@jo@chim:
“Liberalismus geht gut mit konservativen Wertevorstellungen zusammen”
Das möchte ich einerseits bestreiten und dir andererseits recht geben.
Liberalismus geht mit jeder Art von Wertvorstellungen gut zusammen, so lange diese nur auf das eigene Handeln und das jener bezogen werden, die die gleichen moralischen Grundlagen sehen.
Es existiert allerdings ein gewaltiger Widerspruch, wenn sich die Wertevorstellungen in der Gesellschaftsordnung niederschlagen. Wer die Gesellschaft so aufbauen will, dass von den eigenen Wertvorstellungen abweichendes Verhalten bestraft wird (finanziell oder gar strafrechtlich), dessen Wollen ist mit liberalen Gesellschaftsansätzen unvereinbar. Das gilt imho für den alten §175 ebenso wie für das Antidiskriminierungsgesetz.
Die Äußerungen zur Gegenstimme oben habe ich entsprechend eingeschränkt, wobei ich aber sagen muss, dass sich diese (anders als PI und F&F) eher zu ihrem Vorteil verändert.
Comment von Karsten — 29. 5. 2006 @ 15:22
Sehr gute Beobachtungen und Einschätzungen im post und in den Kommentaren hier. Danke.
“Aktionen, die über alle Grenzen unterschiedlicher Auffassungen hinweg die Blogger mobilisieren (ein kleiner Anfang war etwa unsere Darfur-Aktion, der hoffentlich noch andere folgen werden).”
Es haben aber nur wenige linke Blogs teilgenommen. Die liberalen dominierten. Viele linke (linksliberale) Blogger kritisieren lieber die Amerikaner als sich um Probleme wie Darfur zu kümmern. Viele wollen auch nicht bei Aktionen teilnehmen, an denen auch Konservative bzw. liberale/libertäre teilnehmen. Die Linksliberalen haben im Durchschnitt m.E. mehr Berührungsängste als andere. Aber ich will nicht verallgemeinern. Ich hoffe die linksliberalen zeigen bei der nächsten Aktion, dass ich voellig falsch liege.
Karsten, was ist die nächste Aktion?
“Strikt nach Links (Sozialisten, Grüne und radikale Linke) und Rechts (Liberale, Libertäre und Konservative) sortiert”
Jetzt trennen sich m.E. die Liberalen von den Konservativen. Das ist auch nachvollziehbar. Merkwuerdig wie lange sie doch im gleichen Lager waren. Die Trennung liegt m.E. nicht nur in der Bundestagswahl begründet.
Comment von Joerg — 29. 5. 2006 @ 15:38
@Karsten: Ich denke, das erklärt sich auch aus folgendem Grund: wir entfernen uns zeitlich immer weiter vom Wahlkampf 2005 und viele sehen ein, dass damals eine Menge Pulver umsonst verschossen worden ist. Selbst Herr Alphonso konzentriert sich in letzter Zeit wieder auf produktivere Themen und vergisst nur noch selten seine gute Erziehung im Stadtpalast.
Und außerdem ist Frühling! Bald ist Urlaubszeit! Und die Zeit, die man mit billigen Flamewars verbringt, kommt nie mehr zurück.
@Joachim: Du hättest auf die zehn Euro pfeifen sollen. Eine öffentlich bekanntgemachte Abmeldung der Domain hätte doch genügt. Den nächsten Besitzer kann man dann bei der DENIC erfragen bzw. an den Inhalten erkennen. Und mal ehrlich: wer will schon ‘rebellmarkt’ heißen? ;-)
Comment von stefanolix — 29. 5. 2006 @ 15:53
Stefanolix, Du hast ja sooo Recht ;) Aber - dou geds ums Brinzieb, wie wir hier in Franken sagen: Wir sind ein durchaus dickköpfiges Völkchen, das nicht gleich auf Pfiff von irgendwelchen dahergelaufenen Lackln aus dem Münchner Speckgürtel Männchen macht …
Comment von jo@chim — 29. 5. 2006 @ 17:15
Wer hätte gedacht, dass es bei dem Kampf zwischen dir und Don A. nicht nur um persönliches und politisches, sondern auch um einen ethnischen Konflikt geht? *g*
Comment von Karsten — 29. 5. 2006 @ 17:46
@Karsten: Du hast einen sehr weitreichenden Politikbegriff ;-)
@Achim: das mit der Dickköpfigkeit kann ich als Sachse nun wieder sehr gut verstehen.
Comment von stefanolix — 29. 5. 2006 @ 17:54
PS @Karsten: Bist Du sicher, dass die Opelblogger erwachsen sind?
Comment von stefanolix — 29. 5. 2006 @ 17:56
@stefanolix:
Von den Opelbloggern als Erwachsene habe ich ja auch nicht gesprochen. Die Argumentationen sind für gewöhnlich, dass Aktionen wie die ihre zum “Erwachsenwerden” der Blogosphäre gehören. Vermutlich ist damit gemeint, dass nach dem jugendlichen Idealismus nun auch das knallharte PR-Geschäft Einzug in Klein-Bloggersdorf hält…
Comment von Karsten — 29. 5. 2006 @ 18:01
Da will man /einmal/ einen Scherz machen …
Natürlich konnte die Werbung keinen Bogen um die Blogs machen. Ich finde aber vieles davon genauso albern, wie die bunten Sticker und Kragenecken, die die Vertreter von Randsportarten manchmal tragen.
Dass in einigen Teilen der Blogosphäre wieder weniger “flamewars” vorkommen, ist natürlich uneingeschränkt als Teil des Erwachsenwerdens zu begrüßen ;-)
Comment von stefanolix — 29. 5. 2006 @ 18:16
@Karsten
Ich kann mich nicht erinnern, je selbst als “Neoconnard” bezeichnet worden zu sein, höchstens indirekt wegen meiner Teilnahme an Diskussionen bei S&W. Dazu bin ich wohl auch zu kurz dabei, und sowohl meine Haltung zum Spaltthema Irakkrieg als auch meine Bush-Ferne passten vielleicht nie in diese sehr grob gezogenen Fronten.
Aber ich habe, und daher kommt vielleicht dieser Eindruck, im Zusammenhang mit der Diskussion um die angeblich schlimme Herabsetzung durch das Wort “Gutmensch”, gerne darauf hingewiesen, dass diejenigen, die dort bessere Umgangsformen anmahnten, vielleicht mal bei sich selbst anfangen und sich vom Begriff “Neoconnard” distanzieren sollten.
Wer zu Pöbeleien greift, sagt nur etwas über sich aus. Von daher sollen das ruhig alle, denen es danach gelüstet, weiter tun. Ich würde die Trennlinie auch da ziehen, wo sie Karsten gezogen hat: Zwischen denen, die trotz dezidiert eigener Meinung das Gespräch suchen, und jenen, die ohne erkennbare nennenswerte eigene Meinung Gespräch verhindern wollen.
Eine Ergänzung noch. Ehre wem Ehre gebührt: Den Diskussionsfaden mit MomoRules hat Statler begonnen, wir von den Bissigen Liberalen sind hier nur Trittbrettfahrer.
Comment von Rayson — 29. 5. 2006 @ 18:44
@Rayson:
Ich müsste es jetzt suchen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass du auch mal in diese nette Kategorie mit eingeordnet wurdest - ebenso wie ich selbst übrigens. Aber vielleicht hast du das auch nicht gesehen, weil du bei manchen Leuten gar nicht hingucken willst - ich hatte eine Zeitlang so viel Langeweile, dass ich auch die größten Dreckschleudern besucht habe…
Die Diskussionen zwischen Statler und MomoRules sind mir wohl irgendwie entgangen. Dann bin ich wenigstens nicht allein auf dem Trittbrett, denn Momo ist mittlerweile ja auch hier gern gesehen…
@stefanolix:
Obwohl prinzipiell humorvoll, bin ich dafür bekannt, gelegentlich Scherze zu übersehen. Je m’excuse.
Comment von Karsten — 29. 5. 2006 @ 19:04
@Karsten
Ist nur eine kleine Retourkutsche auf Jo@chim, zumal seine libertäre Taktik mit “www.Rebellmarkt.de” darauf hinaus lief, einen seiner Lieblingsgegner zu etwas zu zwingen.
Ich fand das überaus unfein.
Comment von Dr. Dean — 30. 5. 2006 @ 15:36
@Joerg
Du meinst z.B. linksliberale Beiträge wie diese? Tröste Dich, die Linksliberalen in Deutschland unterscheiden sich von den Linksliberalen in den Vereinigten Staaten lediglich durch einen Kompetenznachteil unsererseits. Im Übrigen ist mir Amerika näher als Darfur. Demnach schreibe ich häufiger darüber.
@Buche
Du willst Dir Deine Schreibweise aber nicht dauerhaft angewöhnen, oder?
Comment von Dr. Dean — 30. 5. 2006 @ 15:52
Also, wenn ich mir die ganze Geschichte jetzt so ansehe, dann finde ich jo@chims Aktion eigentlich eher humorvoll und witzig - aber in der Version, wie stefanolix sie vorschlägt, wäre sie noch etwas besser gewesen. Andererseits sind die 10€ ja fast noch ein symbolischer Betrag. Wenn du mich fragst: Don A. war humorlos.
Die korrekte Bezeichnung für jemanden, der diese Taktik anwendet, ist übrigens nicht Domaindieb, sondern Domaingrabber. Das hat nicht diesen justiziablen Unterton.
Comment von Karsten Dürotin — 30. 5. 2006 @ 16:55
@Karsten: Schön, dass wenigstens jemand mal erkennt, wie die ganze rebellmarkt.de-Aktion gemeint war - als Joke. So hat eben jeder seinen Stil: die einen lassen ihrem Humor Eisenstangen-bewehrt freien Lauf (finden allerdings auch das Format, sich zu entschuldigen. Andere wie Dean finden es spassig, andere Menschen als aufgedunsenen Stinkfisch (jjjjjaa … mach mir den Nixxer, Franky) zu bezeichnen. Ich fand es wiederum amüsant, Rainer Meyer dazu zu bringen, um den Erlass von 10€ Ersatz vorgestreckter Kosten zu betteln :P
Im nötigen Ernst wieder: Die Bezeichnung Domaingrabber würde ich mir ebenfalls verbitten - das Weblog des Herrn Meyer heisst “Rebellen ohne Markt”, nicht Rebellmarkt. Woher nimmt der Typ eigentlich die Chuzpe, für sich irgendwelche Rechte an dieser Domain zu reklamieren? Er hatte mehr als 2 1/2 Jahre Zeit, sich diese Domain zu sichern. Warum er dies nicht getan hat, ob aus einer prekären finanziellen Situation heraus, weil er gerne aus dem scheinbaren Schutz der Bloghoster-Anonymität heraus seine Tiraden starten wollte oder einfach aus Mangel an Fantasie, will ich an dieser Stelle nicht beurteilen.
Wie auch immer: der Versuch, mich in die kriminelle Ecke zu schieben, ist in all seiner Frechheit fast schon wieder witzig, zeigt er doch, wie Recht Genesis3000 mit seiner Charakterisierung des grossen Don hatte *lol*
Comment von jo@chim — 30. 5. 2006 @ 20:09
“aufgedunsenen Stinkfisch”
Sorry Achim, aus Deinem großen und freigiebig verwalteten Fundus an Beleidigungen mag diese Wortkombination ja stammen, aber: nicht von mir.
Comment von Dr. Dean — 31. 5. 2006 @ 0:39
@ Joerg
“Jetzt trennen sich m.E. die Liberalen von den Konservativen. Das ist auch nachvollziehbar. Merkwuerdig wie lange sie doch im gleichen Lager waren. Die Trennung liegt m.E. nicht nur in der Bundestagswahl begründet.”
Was mich betrifft, so war mir die Bundestagswahl anders als die US-Präsidentschaftswahl völlig wurst. Bei mir ist es nur so, daß ich auch im “richtigen” Leben gegenüber jemandem, der sich mir persönlich gegenüber korrekt verhält, gewisse Beißhemmungen habe, selbst wenn ich weiß, daß er nicht so ganz ohne ist.
Auf die Blogwelt übertragen bedeutet das, daß ich schon aus Höflichkeit jeden verlinke, der das umgekehrt auch tut und der mir nicht überwiegend oder in entscheidenen Punkten widerstrebt. Nur sind PI und F&F - ich glaube seit der Sache mit dem Karikaturenstreit - zunehmend aus der Spur geraten. Und irgendwann ist sogar bei einem netten Menschen wie mir Schluß.
Comment von Paul13 — 31. 5. 2006 @ 13:05
[OT]
@Achim
Sorry, ich habe gerade zufällig gesehen, wo Du den von Dir beklagten Stinkfisch her hast! Und zwar => nicht von meinem Blog!! Du verwechselst mich.
Wir halten fest: Ich habe Dich niemals Stinkfisch genannt, lieber Achim!
Comment von Dr. Dean — 31. 5. 2006 @ 21:59
[OT]
Lieber Franky, möglicherweise hast du sogar recht und es war tatsächlich dieser Troll mit den Rassistensprüchen aus deinem politischen Umfeld … however: jetzt steht da aufgedunsener libertärer Wirrkopf in Bezug auf mich und du verleumdest mich nach wie vor als Domaindieb.
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass du nichts als ein aufgeblasener pseudoliberaler Schwätzer bist …
Comment von jo@chim — 1. 6. 2006 @ 22:24
So, an dieser Stelle wie üblich ein lautes Räuspern. Ihr wisst schon, was das heißt. Ich möchte nicht, dass ausgerechnet hier mein Artikel ad absurdum geführt wird, also bitte: Mäßigung.
Danke schön.
Comment von Karsten Dürotin — 1. 6. 2006 @ 23:23
Ups, jetzt finde ich das erst. Ganz kurz: Moniert habe ich gar nichts. Ich bin direkt und ohne Umschweife von Achim Hecht um das Geld angebettelt worden, ich wüsste nicht, wie ich es anders sagen sollte. Ich kann gern auch den Emailverkehr dazu vorlegen. Ich habe ihm aber auch gleich gesagt, dass von mir nichts zu bekommen ist. Bedürftigen geben ist eine Pflicht bei uns, aber nicht irgendwelchen dahergelaufenen Grabbern, die in finanzielle Probleme kommen. Abgesehen davon interessiert mich die URL nicht weiter; was jeder verstehen wird, der nach Rebellmarkt mal bei Google sucht.
Was nun die Bezeichnung Neoconnard angeht, so ist sie im Französischen nicht unüblich. Und allgemein gesagt: Ein Faschistenfreund, der im Blogbett den Linkarsch für Nazis hinhält und irgendwann Schmerzen kriegt, ist m. E. nicht nach seinem Geheule zu beurteilen, sondern danach, wo es ursächlich herkommt. Insofern sehe ich durchaus die Trennung, aber die Geschichte des vielfältigen deutschen Rechtsextremismus und seiner Ränder ist voll voin solchen Geschichten.
Comment von Don Alphonso — 2. 6. 2006 @ 0:07
Wenn man bedenkt, dass die Anfänge des Bloggens in Deutschland im wesentlichen von den PR-Bloggern ausgingen und den Bewohnern des Planeten antville ausgingen, ist es eigentlich erstaunlich, dass die Opel-Aktion erst jetzt kommt, ist sie doch die perfekte Fusion von antville und PR.
Wenn ich aus der Stratosphäre der US-Econblogs nach einem Umweg über die heitere Sachlichkeit der Schweizer Blogosphäre in der deutschen Blogosphäre aufschlage, bekomme ich immer noch leichte Depressionen. Und von der bunten Themenvielfalt asiatischer Blogs fange ich am besten erst gar nicht an. Sind wir wirklich so dumm, so infantil, so desinteressiert an der Welt?
Dass sich die deutsche Blogosphäre wenigstens in Nuancen von der GMX-Startseite unterscheidet, liegt maßgeblich an den liberalen Bloggern. Und deshalb ist mir auch kein besserer Weg eingefallen, als bei den “Bissigen Liberalen” zu bloggen.
P.S.: Ich habe öfter Kommentare gesehen, in den denen Rayson mit den Neoconnards in einem Satz erwähnt, diesen aber ausdrücklich nicht zugerechnet wurde. Das wäre ja auch kompletter Humbug.
Comment von Marian Wirth — 2. 6. 2006 @ 1:24
Sorry Karsten, ich möchte die Behauptung nicht so stehen lassen: Rainer Meyer hat mir wegen der Domain gedroht, das würde nicht billig für mich, nachdem er schon beim Law-Blog rumgejammert hatte. Ich habe śie ihm zum Selbstkostenpreis (damals 15 EUR) restliche Laufzeit angeboten, weil ich keine Lust hatte, mich mit der Nervensäge - er fährt schon seit bald einem Jahr eine üble Kampagne gegen mich - noch weiter rumzuärgern.
Andere Blogger sehn das ja genauso, er scheint also nicht nur mir auf den Keks zu gehn mit seinem aufgeblasenen Getue.
Die sonstigen - erneuten - Pöbeleien dieses Vogels beantworte ich Dir zuliebe hier nicht. Sie sprechen für sich selbst, denke ich. Kein Wunder, dass er keinen Erfolg als seriöser Journalist hat.
Comment von jo@chim — 2. 6. 2006 @ 1:32
Zu den wiederholten Nazivorwürfen an Liberale: Wir leben in einer Zeit, in der gerade ehemalige Beleidigungen und Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden und in der Liberale mit Che und anderen Linken über Sachthemen diskutieren. So erscheinen mir diese Vorwürfe inhaltlich absurd und in der Form einfach nur widerlich.
Wir sollten uns das bißchen Normalisierung nicht kaputtmachen lassen. Hatte sich nicht auch der Rebellmarkt inzwischen vernünftigeren Themen zugewandt?
Zum Geld: wenn jemand zehn oder fünfzehn Euro für eine Domain vorausgezahlt hat, dann ist es keine Bettelei, wenn er dieses Geld beim Überlassen der Domain wieder zurückhaben möchte. Die Domain kann ja beim alten Hoster geparkt bleiben, bis die Zeit abgelaufen ist. Es ist wirklich ein sehr geringer Betrag und es hätte in diesem Fall einen habituell sehr gutsituierten Blogger getroffen.
@Joachim: aber mit einem mittellosen Blogger hättest Du Dich hoffentlich auch anders geeinigt? ;-)
Comment von stefanolix — 2. 6. 2006 @ 7:27
@stefanolix: bei JEDEM anderen, der sich nicht wie ein südbayrischer Bauernlümmel benimmt …
Comment von jo@chim — 2. 6. 2006 @ 7:48