Verständnisprobleme
Eigentlich finde ich die Aktion “Irrepressible” von Amnesty International, die sich gegen Internetzsensur wendet, ja sehr schön. Indem man auf allen möglichen Seiten Fragmente von Webseiten veröffentlicht, die von bestimmten Ländern zensiert werden, will man diese Zensur unterlaufen und ein “nicht unterdrückbares” Netzwerk kritischer Information etablieren. In der praktischen Umsetzung habe ich da aber noch erhebliche Zweifel.
Auf den teilnehmenden Webseiten sind nur Miniaturfragmente zu sehen, aus denen weder der Sinn des Textes zu erkennen ist, noch, von welcher Ursprungsseite sie überhaupt stammen. Erst, wenn man das Fragment anklickt, landet man auf der Seite “Irrepressible.info” und kann dort diese Informationen erhalten. Es ist aber doch für die Staaten, die tatsächlich Internetzensur betreiben, ein leichtes, auch “irrepressible.info” zu blockieren und damit die überall aufgefundenen Fragmente zu genau dem zu machen: Sinnlosen Fragmenten nämlich.
Damit steigert die Aktion zwar den Verbreitungsgrad der zensierten Informationen dort, wo ohnehin nicht zensiert wird - die Bewohner von Vietnam, China oder Tunesien werden aber doch beim Surfen im Web nicht einmal merken, dass sie hier Material vor sich haben, das in ihrem Land zensiert ist. Sinnvoller wäre es doch, schon im Skript entsprechende Anmerkungen zu machen, oder?
Trotzdem werde ich den Skript auch mal hier einbauen - sofern er funktioniert, denn ich habe auch schon von technischen Problemen gehört…
Ergänzung: Funktioniert wunderbar. :)










Seh ich genau so. Die Aktion ist m. E. rein symbolisch.
Aber sie hilft gegen diese verdammte Gleichgültigkeit hier im “freien Westen”. Das Nicht-wissen-wollen..
Darum habe ich den Skript auch bei mir eingebaut.
Comment von MartinM — 1. 6. 2006 @ 21:41
Das Internet wird von den Menschen in Ländern wie China, Iran, Nordkorea usw. gar nicht als als Medium der politischen Auseinandersetzung und Kritik angesehen. Hier im Westen wird die nächste Revolution vielleicht gebloggt werden, aber nicht dort.
Comment von Olaf Petersen — 2. 6. 2006 @ 7:56
Zumindest, was den Iran angeht, wäre ich mir da nicht so sicher, Olaf. Dazu gibt es zu viele zu politische und eindeutig oppostionelle iranische Blogger, sogar auf Englisch.
Und in Nordkorea mangelt es einfach an der Infrastruktur.
Comment von MartinM — 3. 6. 2006 @ 10:08
Danke Karsten, für die Anregung! Du hast recht, die Textmenge ist etwas mikrig.
Comment von Dr. Dean — 3. 6. 2006 @ 12:30