Zensur des Internet: Deutschland
Nachdem wir jetzt die Kampagne irrepressible.info integriert haben, bin ich durch Kai Schott zu der Erkenntnis gekommen, dass offenbar auch in Deutschland (genauer: Hier in NRW) das Internet zensiert wird. Zwar handelt es sich dabei um Seiten, die ich persönlich niemals empfehlen würde (Hallo, Rayson… ;) ), trotzdem aber ist dieser Vorgang an sich für mich nicht zu begrüßen. Eine einmal eingerichtete technische Infrastruktur, die der Zensur dient, lässt sich auch schnell beliebig ausweiten… *schauder*










Ist das nicht nur die Übertragung einer Offline-Zensur in eine Online-Zensur? Machen wir uns doch nichts vor: Wenn das Leugnen einer geschichtlichen Tatsache oder das Vorzeigen bestimmter Symbole Straftaten darstellen, muss der Staat das unabhängig vom Verbreitungsmedium eben verfolgen.
Unsere Meinungsfreiheit ist längst eingeschränkt. Mich wundert, dass es die meisten erst wundert, wenn das auch im Internet sichtbar wird.
Comment von Rayson — 6. 6. 2006 @ 11:10
Ich war schon immer gegen Zensur. In meinen Augen sind solche Medien (egal ob online oder offline) immer das Nebenprodukt echter Meinungsfreiheit.
Außerdem möchte ich, daß solche “Meinungen” offen ausgedrückt werden. Nur dann kann man sich damit auseinandersetzen. So bleibt alles heimlich weil verboten.
Comment von Paul — 6. 6. 2006 @ 11:38
Nicht mehr ganz taufrisch, das ;)
Die Düsseldorfer Bezirksregierung versuchte über diese “Filterverfügung” (=Zensur auf dem Verordnungswege) den Mediendesigner Alvar Freude zu kriminalisieren - und ist erst in dritter Instanz damit abschliessend gescheitert:
http://www.antibuerokratieteam.de/?p=231
http://www.antibuerokratieteam.de/?p=870
Comment von jo@chim — 6. 6. 2006 @ 13:17
Das Gegenteil von “keine Zensur” ist ein rechtsfreier Raum. Auch nicht schön. TK
Comment von Tanja K. — 6. 6. 2006 @ 14:00
@joachim:
Für mich war das ganz neu. Ich verspreche, demnächst das Antibürokratieteam aufmerksamer zu lesen. *g*
@Tanja K.
Meinst du “die Nebenwirkung” oder wirklich “das Gegenteil”? In letzterem Fall versteh ich deinen Kommentar nicht, in ersterem (von dem ich ausgehe), kann ich dir nicht völlig widersprechen. Ich bin aber aus den selben Gründen wie Paul in seinem obigen Kommentar für eine möglichst weitreichende Freiheit der Meinungsäußerung. Insbesondere halte ich eine technische Lösung für problematisch - gegen die Strafverfolgung habe ich ja nichts.
Aber solche Sperren finden doch sehr selektiv statt. Islamistische Hetzschriften auf arabisch sind beispielsweise kaum zu kontrollieren, weil dafür wohl gar nicht genug des Arabischen mächtige Cybercops unterwegs sein dürften. Das gleiche gilt für Propagandaseiten extremistischer Tamilen und andere Beispiele. Schon aufgrund der Kosten lässt sich eine solche Kontrolle kaum durchführen - und ihr ist auch zu leicht durch einen Providerwechsel auszuweichen.
Comment von Karsten Dürotin — 6. 6. 2006 @ 14:13
Weck mich bitte auf aus diesem Alptraum -
denn auch bei uns sind elementare Menschenrechte so weit heruntergekommen, dass der
Trackback von martinm.twoday.net — 6. 6. 2006 @ 23:44