10. 6. 2006

Slow Blogging

Da ich zu den Glücklichen gehöre, die im Rahmen der WM eine kleine, kurzfristige Beschäftigung als Ordner gefunden haben, wird es hier in den nächsten Tagen etwas langsamer zugehen. Gestern Gelsenkirchen - stundenlang bei strahlendem Sonnenschein vor dem Stadion stehen war angesagt, wir haben zehntausende von Getränkeflaschen, Batterien, Papierrollen und Riesenfahnen konfisziert und die immer gleichen Geschichten angehört, warum jemand trotz fehlenden Tickets “unbedingt” ins Stadion musste. Ob der Bruder oder die Freundin, alle warten drinnen schon auf unsere Helden, deren Tickets gestohlen oder verloren gegangen waren - und mancher hält den Ordnern auch mal einen 100-Euro-Schein hin. Nutzt aber alles nix…

Morgen haben wir unsere Heimveranstaltung hier in Köln, übermorgen gucke ich mir wieder die Schalke-Arena von außen an. Für morgen aber hoffe ich, dass unsere Kölner Volunteers (im Gegensatz zu denen in Gelsenkirchen) a) ausreichend vorhanden sind, b) auch tatsächlich erscheinen und c) auch das machen, was sie tun sollen. Ohne jemanden, der polnisch oder spanisch spricht und ohne Helfer, die ausländische, verwirrte Gäste begleiten, wenn wir sie zum Ticket Center oder sonstwo hin schicken, war unser Job nämlich kaum zu bewältigen. Dafür sollten die Volunteers da sein… Hallo apollon, vielleicht sehen wir uns dann ja morgen! :) Irrtum… :(

4 Kommentare »

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  1. Och, wenn den Volounteers von Millionär Gottschalk der Spruch „Kohle verdienen kann man später noch“ mitgegeben wird, dann sagen sich einige vielleicht „Volontieren kann ich später noch“.
    ;-)

    Comment von marcc — 10. 6. 2006 @ 11:34

  2. Heh.

    Innerlich bin ich da hin- und hergerissen. Der Kapitalist in mir sagt “Kein Wunder, wenn die keine große Lust haben, werden ja nicht bezahlt”. Der Enthusiast aber denkt sich “Wenn sie sich freiwillig melden, dann sollen sie auch machen, wofür sie sich gemeldet haben”. Tja.

    Auf der anderen Seite muss ich natürlich auch erwähnen, dass ich durchaus auch einige sehr motivierte und engagierte Volunteers getroffen habe. Nur leider nicht da, wo wir gearbeitet haben.

    Comment von Karsten Dürotin — 10. 6. 2006 @ 15:08

  3. Das mit den Volunteers halte ich grundsätzlich für keine gute Idee.
    Fussball ist eine kommerzielle Sache, es werden ordentlich Umsätze gemacht. Also kann man die Mitarbeiter auch bezahlen.
    Wenn solche Beispiele Schule machen, sieht man dann demnächst z.B. bei Konzerten ehrenamtliche Ordner und Bühnenbauer?
    Der angestellte Bademeister im Freibad wird durch DLRG Schwimmer ersetzt? Die Berufsfeuerwehr abgeschafft usw…?
    Wir sind wohl auf dem Weg zurück in eine Tauschgesellschaft.
    Auch im Berufsleben bieten mir immer mehr Kunden bargeldlose Gegenleistungen an.
    Man sollte sich schleunigst einen Bäcker und einen Metzger suchen und sich mit denen sehr gut stellen, bevor es überhaupt keine bezahlten Jobs mehr gibt.
    (Gemüse und Salat kann man zumeist noch selber pflanzen)

    Comment von Klaus Lenz — 11. 6. 2006 @ 8:21

  4. @Klaus:
    Kann ich verstehen und sehe ich auch ähnlich. Viele Volunteers offenbar auch… *g*

    @allgemein:
    a) und b) waren vergeblich gehofft, c) nicht. Die Kölner Volunteers waren fleißige Leutchen. Ich habe mit ihnen gern zusammengearbeitet.

    Comment von Karsten Dürotin — 12. 6. 2006 @ 1:12

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