18. 7. 2006

Bürokratie meets Ökologismus

Baumsatzungen sind schon eine klasse Sache. Detailliert schreiben sie vor, wann und wie man welche Bäume fällen darf - die auf dem eigenen Grundstück, die man möglicherweise selbst gesetzt hat, wohlgemerkt. Wie etwa die Kiefer eines armen Hausbesitzers in Pulheim-Stommeln (Bericht: Pulheimer SonntagsPost), die schon seit einigen Jahren viel zu groß ist und nicht nur eine Belästigung für ihren Eigentümer darstellt, sondern auch Beschädigungen an der Straße hervorruft. Die Wurzeln drücken den Asphalt nach oben und zerstören Fahrbahn und Gehweg.

Als diese Schäden es vor einigen Jahren zum ersten Mal notwendig machten, dass die Straße aufwändig saniert werden musste, wollte der Kiefernbesitzer seinen Baum bereits fällen. Das aber wurde ihm aber von der Stadtverwaltung unter Hinweis auf die Baumsatzung verboten. Anstatt nun aber (wie viele andere es tun) die Kiefer einfach trotzdem abzusägen und das moderate Bußgeld in Kauf zu nehmen, hielt sich der Stommelner an diese Anweisung und ließ seinen Baum seufzend stehen.

Nun war es wieder einmal so weit - der Bauhof der Stadt musste ausrücken, um erneut Fahrbahn und Gehweg zu sanieren. Und die Kosten in Höhe von 2000 Euro trägt: Natürlich der Eigentümer des Baumes. Denn vor drei Jahren wurden die Kiefern aus der Baumsatzung herausgenommen, der Baum hätte also gefällt werden dürfen.

Man könnte von den Bürgern vielleicht erwarten, dass sie sich über Gesetze, Satzungen und Ordnungen, die sie persönlich betreffen, auf dem Laufenden halten. Dann müsste man deren Zahl aber auch so weit reduzieren, dass die Bürger nebenbei noch einen Beruf ausüben und ein Privatleben führen können. Mit unserer derzeitigen Situation wäre das nicht möglich - man müsste sich den ganzen Tag nur mit neuen Gesetzen und Regelungen beschäftigen und würde immer noch vieles verpassen. Wo sich Gesetzesdschungel und ökologische Sturheit treffen, da wird es jedenfalls teuer.

P. S.: Warum erscheint die Sonntags-Post eigentlich am Samstag? Und das “Wochenende”, die zweite Gratiszeitung hier, am Mittwoch? Das werde ich wohl nie verstehen.

3 Kommentare »

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  1. Sowas ist Komunismus!

    Comment von Ben Kalenol — 19. 7. 2006 @ 12:46

  2. Diesen Vorwurf hat der Kommunismus nicht verdient. Mich erinnert das eher an eine Geschichte von Douglas Adams.
    Wie schmal ist doch oft der Grat zwischen einem herzlichen Lachen und einem gepflegten Amoklauf…

    Comment von flatter — 20. 7. 2006 @ 17:53

  3. Oh ja, der Anfang von Per Anhalter durch die Galaxis trifft das wohl ganz gut :)

    Comment von Tom Schaffer — 21. 7. 2006 @ 13:09

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