Konsequenzen müssen folgen
Nach dem israelischen Beschuss einer Blauhelmanlage im südlichen Libanon hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan schwerste Vorwürfe gegen Israel erhoben: Der Beschuss des Postens sei “offenbar vorsätzlich” erfolgt. Damit ist klar, dass nach der Untersuchung der Angelegenheit durch die internationale Gemeinschaft Konsequenzen folgen müssen. Sollte sich Annans Behauptung bestätigen, müssten ganz selbstverständlich Sanktionen gegen Israel folgen - ein Staat, der absichtlich Anlagen und Truppen der Weltgemeinschaft bombardiert, muss strikt und konsequent zur Rechenschaft gezogen werden.
Lassen sich seine Vorwürfe aber nicht belegen, dann wäre alles andere als ein sofortiger Rücktritt Annans eine Frechheit. Sein einseitiges Verhalten im bisherigen Nahostkonflikt war schon oft Thema, wenn etwa antizionistische Konferenzen von der UNO gesponsert und ausgerichtet wurden - von ihm persönlich geäußerte falsche Anschuldigungen dieser Größenordnung würden ihn als Oberhaupt der UNO untragbar machen.
So oder so, es muss Konsequenzen geben.










Genau!
Comment von Oliver Luksic — 26. 7. 2006 @ 12:59
Das hier ist sehr interessant:
RP-Online
Jetzt ist Israel am Zuge, die Sache aufzuklären.
Comment von Karsten Dürotin — 26. 7. 2006 @ 16:33
Ja, da werden wohl Köpfe rollen. Da scheint übel geschlampt worden sein.
Comment von Boche — 26. 7. 2006 @ 17:01
Tagesschau.de: Scharfe Kritik nach Tod von vier UN-Beobachtern - Sie baten zehn Mal um Feuereinstellung
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID5738664_REF1,00.html
Comment von njus — 26. 7. 2006 @ 21:31
Jetzt habe ich in einer (noch unbestätigten) Quelle gelesen, dass Israel die UN mehrfach aufgefordert haben soll, den Stützpunkt zu räumen.
Mal sehen, was letztlich herauskommt.
Comment von Boche — 27. 7. 2006 @ 11:26
Weissnich … weissnich … die Tragödie muss natürlich untersucht werden. Trotzdem: Kofi glaube ich erst seine Rücktrittserklärung.
Eine interessante Sichtweise hier
Comment von jo@chim — 27. 7. 2006 @ 20:57
… scheint aus irgendwelchen Gründen nicht zum Kommentar zu springen: ich meine den von
lebemann, Donnerstag, 27. Juli 2006, 00:18
Comment von jo@chim — 27. 7. 2006 @ 21:00
@jo@chim
Der Kommentar von lebemann und die Zitate darin sind wirklich ziemlich erhellend. Wenn jetzt noch bestätigt würde, dass Israel die UN mehrfach zum Abzug aufgefordert hat und damit mehr für den Schutz der unbewaffneten UN-Soldaten getan hätte als die UN selbst - dann könnte die Affäre dem Kofi ganz bös auf die Füße fallen.
Comment von Boche — 28. 7. 2006 @ 9:45
Ich finde ja sehr interessant, dass es außer Worten des Bedauerns bisher keine offiziellen Erklärungen der israelischen Regierung oder der IDF gibt. Sollte die Theorie stimmen, die lebemann da verbreitet - nämlich, dass die Hisbollah aus der direkten Umgebung der UN-Soldaten gefeuert hat - wäre das doch etwas, das ich an deren Stelle auf jeden Fall verwenden würde, um die Öffentlichkeit etwas von meinem Hals zu bekommen, oder?
@Boche:
Klar ist aber auch, dass eine Truppe, die den Befehl hat, die Entwicklungen in der Region im Auge zu behalten und der Weltöffentlichkeit über die Lage zu berichten, nicht einfach abhauen kann, nur weil eine der Kriegsparteien sie dazu auffordert. Und Israel muss schon äußerste Vorsicht gegenüber der UN-Schutztruppe walten lassen.
Eine andere Frage ist die, ob sich die Blauhelme tatsächlich mit dem Wissen ihrer Vorgesetzten bei den Vereinten Nationen als menschliche Schutzschilde für die Hisbollah haben missbrauchen lassen müssen. Wenn es dafür stichhaltige Beweise gibt, kommt Annan durchaus in Erklärungsnot. Insbesondere, weil ich nach wie vor keinen Sinn darin sehe, dass Israel die Blauhelme absichtlich beschossen haben soll. Nur so aus Spaß? Komisch, komisch.
Comment von Karsten Dürotin — 28. 7. 2006 @ 10:02
@Karsten
Ich denke mal, dass Israel (anders als der UN-Kofi) sich erst äußern will, wenn alle Informationen vorliegen.
Dass die UNO unbewaffnete Truppen (egal wie nützlich, nutzlos oder gar kontraproduktiv deren Rolle nun war) aus einem Gebiet abzieht, das man nun einmal als Kriegsgebiet bezeichnen muss, halte ich für selbstverständlich. Denn schließlich haben die UN-Oberen auch eine Verantwortung gegenüber ihren Soldaten.
Nach Berichten eines UN-Kommandeurs, die ich zu Beginn der israelischen Offensive gelesen habe, hat der Schutz der UN-Soldaten durch Israel auch immer gut geklappt - bis eben zu diesem tragischen Fall.
Comment von Boche — 28. 7. 2006 @ 12:52
Die UNO als Schutzschild
Nun warten wir gespannt, wie lange es dauert, bis die Vereinten Nationen sich “schockiert” über Hisbollah zeigen. Denn es verdichten sich die Hinweise, dass der tragische Vorfall, der Dienstagnacht vier UN-Soldaten das Leben kostete, das Ergebnis des völkerrechtswidrigen Versteckspiels der Miliz ist. Laut kanadischen Presseberichten nutzten Hisbollah-Kämpfer den von der israelischen Armee später getroffenen UN-Posten tagelang als “Schutz”, um Raketen nach Israel schießen zu können. In der Erwartung, dass die Armee Raketenabschussstellungen lokalisieren und bombardieren würde, nahm die Hisbollah also bewusst in Kauf, dass der wenige Meter entfernt stehende UN-Posten – und dessen Besatzung – getroffen wird. Israel tappte in die Falle – und die UNO ist “schockiert”:
>> Just last week, Maj. Hess-von Kruedener wrote an e-mail about his experiences after nine months in the area, words Maj.-Gen. MacKenzie said are an obvious allusion to Hezbollah tactics.
“What I can tell you is this,” he wrote in an e-mail to CTV dated July 18. “We have on a daily basis had numerous occasions where our position has come under direct or indirect fire from both (Israeli) artillery and aerial bombing.
“The closest artillery has landed within 2 meters (sic) of our position and the closest 1000 lb aerial bomb has landed 100 meters (sic) from our patrol base. This has not been deliberate targeting, but rather due to tactical necessity.”
Those words, particularly the last sentence, are not-so-veiled language indicating Israeli strikes were aimed at Hezbollah targets near the post, said Maj.-Gen. MacKenzie.
“What that means is, in plain English, ‘We’ve got Hezbollah fighters running around in our positions, taking our positions here and then using us for shields and then engaging the (Israeli Defence Forces),” he said.
That would mean Hezbollah was purposely setting up near the UN post, he added. It’s a tactic Maj.-Gen. MacKenzie, who was the first UN commander in Sarajevo during the Bosnia civil war, said he’s seen in past international missions: Aside from UN posts, fighters would set up near hospitals, mosques and orphanages. …
Comment von Die Wahrheit — 28. 7. 2006 @ 17:22