14. 8. 2006

Leben in den USA

Abgelegt unter Außenpolitik, Yasar Mert

Ich bin derzeit geschäftlich in den USA unterwegs. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind das Land über welches sich die Geister uneinig sind: es scheint aber so zu sein, dass man es entweder liebt oder nicht viel für dieses Land übrig hat.

Ich persönlich möchte in keines der Kategorien eingeordnet werden. Es gibt Bereiche und Charakteristika dieses Landes und der hier lebenden Menschen welche mir gefallen und welche ich durchasu nachahmenswert finde. Gleichzeitig gibt es Vieles das mir nicht gefällt.

Die Natur und die Weite des Landes gefällt mir. Man kann in einem der dichtest besiedelten Städt oder auf einer Ranch ohne menschliche Zivilisation im Umkreis von 50 km leben. Man hat die Möglichkeit die Wüste in Arizona zu erleben oder die Wildnis der ursprünglichen Steppen und Wälder - wie in Alaska beispielsweise. Es steht jedem frei ultra-modern zu leben mit den neuesten Fahrzeugen und Kommunikationsmittel; oder man wird zum Beispiel als Mitglied der Amish People geboren und lebt fern von Technologie und anderen Neuerwerbungen der letzten 150 Jahre.

Traurig ist die Armut - wie in jedem Land. In den USA ist sie allerdings umso trauriger (gib es diesen Komparativ überhaupt?), da der vorhandene Reichtum wahrscheinlich für alle reichen würde - zumindest ein menschenwürdiges Leben zu führen. Leider ist die Kluft zwischen Arm und Reich sehr groß und dieser Trend wird sicherlich weiterhin zunehmen. Traurig ist, dass es dann auch gerade diese armen Menschen sind, die sich gesellschaftlich kaum einbringen können und somit in einer Sackgasse landen. Bedeutend ist die demokratische Tradition des Volkes - es ist eine Kultur der Demokratie möchte ich sagen. Allerdings wird in dieser Kultur den armen und schwachen Menschen zu wenig Bedeutung geschenkt - nun ja, sie gehen ja auch kaum wählen. Interessant ist, dass diese Feststellung vor allem auf die Schwarz-Amerikaner zutrifft und insbesondere bei den Lateinamerikanischen Einwanderern genau gegenteilig ist: diese gehen wählen und können somit ihre Sorgen, Wünsche und Ideen einbringen und werden erhört.

Die Demokratie ist aber eine späte Demkratie in Bezug auf die Bürgerrechte der Schwarzen. Abgesehen davon ist das Zusammenleben der verschiedenen Gruppen eher ein Nebeneinander - vor allem unterhalb der Oberschicht. Es gibt weiße, schwarze, asisatische und hispanische Wohngebiete. Selten sieht man eine weiße Frau mit einem schwarzen Mann oder umgekehrt. Selten sieht man weiße Kinder mit hispano-amerikanischen Kindern spielen.

Die Menschen sind in ihrer überwiegenden Mehrheit freundlich und offen; auch wenn diese Freundlichkeit oft sehr oberflächlich ist. Positiv ist anzumerken, dass man als eine Individualität und nicht als Mitglied einer Gruppe betrachtet wird - zumindest in kleineren Gruppen. Die negative Seite hiervon ist die schier unvorstellbare Individualität der Menschen. Die Familie ist maximal noch Vater-Mutter-Kind - wenn überhaupt. Das Füreinander-Einstehen, die Solidarität in persönlichen Beziehungen ist meiner Einsicht unmenschlich. Auf der anderen Seite zeigen die Amerikaner eine sehr großes Herz, wenn es um organisierte Solidarität geht wie zum Beispiel Engangements in Hilfsorganisation oder anderen charitativen Organisationen.

Und: das Essen gefällt mir nicht!

3 Kommentare »

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  1. falls du david triffst (ich weiß, das land ist groß und david wohl gerade unterwegs, aber man kann ja nie wissen) - grüß ihn jedenfalls von mir. ;)

    Comment von erphschwester — 14. 8. 2006 @ 18:42

  2. Wer viel Alternative Country hört, wie ich, der liebt dies Land. Und er hasst den Bush, der ein Amerika zelebriert, das nicht Amerika ist …

    Comment von Chat Atkins — 15. 8. 2006 @ 19:05

  3. //das Essen gefällt mir nicht!//

    Das ist ein fundamentales Kriterium!

    Comment von Ben Kalenol — 24. 8. 2006 @ 18:53

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