21. 8. 2006

Noch mehr Sicherheit bei der Bahn

So langsam kommen die Sicherheitspolitiker der Union auf Touren - nachdem für Bahnhöfe schon eine Gepäckkontrolle wie auf Flughäfen gefordert wurde, denkt man jetzt auch daran, jedem Zug einen bewaffneten Sicherheitsbeamten mitzugeben. Auch nicht schlecht. Ich denke, viele Bahnreisende wären schon froh, wenn jeder Zug wieder einen Bahnmitarbeiter bekäme, der mit Fahrkarten bewaffnet ist. Denn dass man heute nicht mehr im Zug seine Karten lösen kann, liegt auch daran, dass das Personal nicht mehr verfügbar ist, um wirklich alle Passagiere zu kontrollieren. Daher wird nun von diesen erwartet, sich in jedem Fall vor Fahrtantritt eine Karte zu besorgen.

Nein, ich halte es da eher mit Max Stadler: Die schnelle Festnahme von Kiel zeigt doch, dass das bisherige Sicherheitssystem sich bewährt hat. Da muss man nicht zwanghaft über weitere Sicherheitsmaßnahmen nachdenken.

11 Kommentare »

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  1. Der Voprschlag der Unions-Politiker ist in der Tat schwachsinn - völlig realitätsfremd und nicht realisierbar:

    http://martin-hagen.blogspot.com/2006/08/undurchdachter-aktionismus.html

    Aber: Die Aussage von Stadler reicht mir auch nicht aus. Die Festnahme von Kiel ist zwar ein Fahndungserfol, aber wenn die Bomben explodiert wären, hätte das die Opfer auch nicht wieder lebendig gemacht. Wir müssen schon darüber nachdenken, wie wir Terroranschläge möglichst im Vornherein unterbinden können.

    Comment von Martin S. Hagen — 21. 8. 2006 @ 11:46

  2. Müssen wir, kein Thema, aber blanker Aktionismus und leicht schwachsinnig klingende Ideen wie bewaffnete Zugbegleiter sind ja nicht die Lösung. Denkbar wäre meiner Meinung nach z.B. durchaus eine Anti-Terror-Datei, wenn diese wirklich nur bereits vorhandene Daten zusammenbringt und somit eine größere Erfolgschance bietet.

    Comment von Thomas — 21. 8. 2006 @ 12:21

  3. @Thomas:
    Ja, das sehe ich auch so. Eine verbesserte Zusammenarbeit von Behörden im EDV-Bereich halte auch ich für eine durchaus bedenkenswerte Lösung. Noch ist mir aber irgendwie unklar, welche Daten nun in dieser Anti-Terror-Datei gespeichert werden sollen; der Name klingt mir zu schlagwortartig.

    Comment von Karsten Dürotin — 21. 8. 2006 @ 12:41

  4. Das hätte schon was, wenn über diesen Weg wieder Schaffner auch in ÖPNV-Busse und -Bahnen kommen. Mit positiven Nebeneffekten für Sitzpolster, freie Flächen und Fahrscheinverkauf.

    Comment von marcc — 21. 8. 2006 @ 12:48

  5. Einfach mehr Bahnpersonal in den Zügen, die schnell verdächtige Koffer entdecken könnten. Als Schaffner hat man ja einen Blick für sowas oder kann mal kurz herumfragen wem der Koffer hier gehört.

    Aber Gepäckkontrollen und bewaffnete Beamte. Das erste ist einfach nicht realisierbar und das zweite sinnlos. Mehr als auf verdächtige Dinge achten können die auch nicht. Das schafft dann auch der Schaffner.

    Comment von Paul — 21. 8. 2006 @ 12:57

  6. Hallo, denkt bitte auch an die gefährlichen Schuhbomber! Jeder der nicht barfuss den Zug betritt ist ein unkalkulierbares Risiko.
    Aber mal im Ernst: Solange Gepäck (also das nicht Handgepäck) völlig ungeprüft in den Laderaum von Flugzeugen gelangt sind die Flugzeugkontrollen unsinnig. Die Zugkontrollen sind noch unsinniger, wenn wir uns daran erinnern, dass das liebste Werkzeug der Ökoterroristen Wurfhaken irgendwo auf der Bahnstrecke waren. Kein intelligenter Terrorist würde die Bombe im Zug platzieren, solange es ~10.000 unbewachte Streckenkilometer Schiene in Deutschland gibt. Eine Zugbrücke (z.b. über einer Autobahn) ist gut erreichbar und nahezu unbewacht.

    Comment von njus — 21. 8. 2006 @ 13:46

  7. @Thomas: Völlig d’accord.

    @njus: Bring die Islamofaschisten nicht noch auf Ideen!!! ;-)

    Comment von Martin S. Hagen — 21. 8. 2006 @ 14:05

  8. @marcc:
    Schaffner, das wäre schon keine so ganz schlechte Idee. Aber bewaffnet? Hallo? Und “Rail Marshals” muss man die Leute schon gar nicht nennen. “Zugbegleiter” reicht völlig - im Sinne von “Servicepersonal, nicht Sicherheitspersonal”.

    Comment von Karsten Dürotin — 21. 8. 2006 @ 14:07

  9. “Einfach mehr Bahnpersonal in den Zügen, die schnell verdächtige Koffer entdecken könnten.”

    Das ist doch völlig unrealistisch. Wer schonmal in einem vollbesetzten Zug mitgefahren ist, weiß, wieviele Koffer potentiell “verdächtig” sind - an jeder freien Ecke steht so einer.

    Comment von Boche — 21. 8. 2006 @ 15:38

  10. na, also ich kann mich des eindrucks nicht erwehren, daß man derlei potentielle gefahren dankend aufnimmt, um den überwachungsstaat noch ein bißchen mehr zu vervollkommnen.

    Comment von erphschwester — 21. 8. 2006 @ 18:22

  11. Normalerweise habe ich ja so meine Schwierigkeiten mit dem Bund deutscher Kriminalbeamter - aber in dieser Situation ist der genau meiner Meinung:

    Der stellvertretende Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Bernd Carstensen, erklärte in der “Sächsischen Zeitung”, Zugbegleiter der Bahn könnten ebenso auf abgestellte Koffer achten wie bewaffnete Polizisten.

    Comment von Karsten Dürotin — 22. 8. 2006 @ 13:10

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