23. 8. 2006

LSO behält die Nase vorn

Wie schon im LSO-Artikel „Comeback eines Fossils?“ vom 19.7.2006 vermutet, hat der frühere stellvertretende Premierminister aus der Zeit der Unabhängigkeit 1960, Antoine Gizenga, nach der Verkündung der ersten Wahlergebnisse der kongolesischen Präsidentschaftswahlen mit ca. 13% besser abgeschnitten als andere „Sonstige Kandidaten“ und den dritten Platz belegt. Der Marxist und Vorsitzende der Partei der Vereinigten Lumumbisten (PALU) wurde von anderen Medien im Vorfeld konsequent ignoriert. Die meisten Prognosen gaben den anderen Gegenkandidaten Präsident Joseph Kabilas – ausgenommen seinen schärfsten Rivalen Jean-Pierre Bemba – keine Chancen, mehr als 4% der Stimmen zu erhaschen! Andere Medien waren der Meinung, das Nzanga Mobutu, der Sohn des Ex-Diktators oder der vom Westen favorisierte Oscar Kashala mehrere Prozente holen. Selbst den ehemaligen Rebellenführer Azarias Ruberwa hat der alte Haudegen Gizenga hinter sich gelassen. Die Liberale Stimme hat genauer hingeschaut und sich nicht vom Mainstream-Blätterwald benebeln lassen. Genauer hinsehen lohnt sich, ihr Medien-Multis!

Kabila bekam übrigens ca. 45% der Stimmen, Bemba rund 20%. Es sieht also nach einer Stichwahl aus!

1 Kommentare »

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  1. Ich glaube, ein Präsident Gizenga wäre das beste, was der Kongo derzeit bekommen könnte. Er verfügt über eine funktionierende Partei als Machtbasis und nicht über eine Miliz, aufgrund seines Alters (über 80) dürfte es Gizengas erste und letzte Amtsperiode werden, daß heißt, er wird sich kaum damit beschäftigen, seine Macht auszubauen oder zu sichern und an Bereicherung dürfte ihm auch nicht mehr gelegen sein. Als Marxist und Nationalist dürfte er ferner mehr als andere darauf schauen, daß sich die Großmächte nicht die Bodenschätze Kongos unter dem Nagel reißen und sein politisches Programm ist zumindest nicht ethnisch ausgerichtet.

    Die Wahl zwischen dem “Ausländer” Kabila und dem (weitaus “schlimmeren”) Großmaul Bemba ist die Wahl zwischen Pest und Cholera.

    Comment von Kay Hanisch — 26. 8. 2006 @ 11:40

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