4. 9. 2006

Erst mal kennenlernen

Die SPD Hessen verschiebt ihren Parteitag um drei Wochen, um allen Mitgliedern die Gelegenheit zu geben, die beiden Kandidaten kennenzulernen, die die SPD in die hessische Landtagswahl im nächsten Jahr führen wollen. Andrea Ypsilanti (Landesvorsitzende) und Jürgen Walter (Fraktionschef im Landtag) sind selbst ihren eigenen Parteifreunden also so unbekannt, dass diese sich in den nächsten anderthalb Monaten nicht für einen von den beiden entscheiden können? Wie soll es dann erst dem normalen Wähler gehen?

Ich halte ja nicht viel von Roland Koch. Aber bei einer solchen Ausgangslage kann er sich wohl vor den Wahlen zurücklehnen.

Außer, es wäre weniger die mangelnde Bekanntheit der beiden Kandidaten ausschlaggebend, sondern vielmehr die Tatsache, dass sich die entscheidenden Gremien und Personen innerhalb der Partei noch nicht so recht entschieden haben - und beide noch ein wenig Lobbying betreiben müssen…

3 Kommentare »

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  1. Ich vermute, dass letzteres der Fall ist. Unbekannte Kandidaten werden immer mal wieder nominiert. Die Parteien verlassen sich da darauf die Kandidaten in kurzer Zeit über die Presse und Fernsehauftritte bekannt zu machen. Vielleicht noch mit einer markanten Provokation, die auch in den bundesweiten Leitmedien läuft.

    Aber da gerade zwei Kandidaten zur Auswahl stehen, spricht für mich viel dafür, dass noch Klärungsbedarf innerhalb der Parteiführung besteht. Da Parteien oft so viel Wert auf hohe Wahlergebnisse bei den Gremienwahlen legen, vermute ich das es auf dem Parteitag auch nicht zu einer “Kampfabstimmung” kommen wird, sondern das einer der Kandidaten vorher das Handtuch wirft.

    Comment von Dirk Meister — 5. 9. 2006 @ 10:02

  2. Völlig egal, wer nominiert wird, es wird sich eh nichts ändern. Je länger man sich mit deutscher Politik beschäftigt, reift die Erkenntnis: es ist genau die selbe Verarsche wie in der DDR, nur die Fassade ist besser gestrichen!

    Comment von Kay Hanisch — 5. 9. 2006 @ 19:34

  3. Auch unbekannte Kandidaten haben eine Chance. So wurde Walther Momper damals recht überraschend Berliner Bürgermeister. Und der Kasseler OB Hans Eichel (später als Finanzminister bekannt) löste 1991 Walther Wallmann als hessischen Ministerpräsidenten ab.

    Comment von marcc — 5. 9. 2006 @ 19:59

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