Kommt das Glühbirnenverbot?
Wenn es nach der grünen Europaabgeordneten Rebecca Harms geht, dann lieber früher als später: Sie fordert ein Verbot für herkömmliche Glühbirnen. Der Staat solle diese aus dem Verkehr ziehen, damit die Verbraucher gezwungen seien, auf Energiespar-Leuchtmittel umzusteigen. Sie trifft damit gut die neue Linie innerhalb der grünen Partei, die der Bundestagsabgeordnete Loske ausgegeben hat: Dieser fordert eine “Re-Radikalisierung” der Partei.
Auch Fraktionschef Fritz Kuhn (”Wir produzieren falsch. Wir bauen falsch und wohnen falsch. Wir bewegen uns falsch, und wir ernähren uns falsch.”) äußert sich ja neuerdings in dieser Richtung: Viele Grüne wollen zurück zum alten Image der Zwangsbeglücker, die zur Not auch gegen den Widerstand der “Anderen” ökologische Veränderungen durchsetzen wollen. Zur Not auch mit Gewalt - denn auch die gehört zur grünen Geschichte, die einige Beispiele straßenschlachterfahrener Spitzenpolitiker aufzuweisen hat. Bevorzugt aber wird die “strukturelle Gewalt” - mit den Zwangsmitteln des Staates soll jenes ökologische Handeln erzwungen werden, das die Grünen auch durch bestes Zureden bisher nicht erreichen konnten.
Glücklicherweise zeigen die Grünen in solchen Momenten und mit solchen Sätzen (man denke nur an die 5 Liter Sprit) immer einmal wieder ihr anderes Gesicht. Man könnte ja sonst auf die Idee kommen, sie allzu stark mit freiheitlichen Ideen wie den Bürgerrechten in Verbindung zu bringen. So aber merkt man immer wieder, wen man bei dieser Partei allzu oft vor sich hat: Den fanatischen Despoten aus der Nachbarschaft, der alle dazu zwingen will, genau so zu leben, wie er es tut.










Grotesk!
Nicht, daß ich ein Gegner energiesparender Leuchtmittel wäre, aber generell umzusteigen wäre auch aus umweltpolitischer Sicht Irrsinn. Vom Grün-typischen Zwangsgedanken dieser “Idee” mal ganz abgesehen…
So eine Energiesparlampe benötigt in der Herstellung wesentlich mehr Energie als eine Glühfadenlampe und enthält auch noch Quecksilber.
Sinnvoll ist ihr Einsatz dennoch, wenn man häufig benutzte Leuchtmittel ersetzt. Für die Beleuchtung zB einer Abstellkammer ist eine Glühfadenlampe aber immer noch das Mittel der Wahl und wird es auch noch lange bleiben.
Comment von stp — 4. 9. 2006 @ 15:16
Was haben die Grünen nicht für Verrenkungen aufgeführt bei dem Versuch, das bekannte “Gesetz der Oligarchie” zu umgehen. Löbliches Problembewußtsein. Was sie anscheinend nie begriffen, jedenfalls nie in sich bekämpft haben, ist die etatistische Versuchung noch des fanatischsten Staatsfeinds, der gegen staatliche Zwangsanwendung immer genau so lange wettert, bis er selbst die Zwangsmittel in der Hand hält.
Comment von FAB. — 4. 9. 2006 @ 16:12
Das Problem, dass die Grünen haben, ist, dass alle Parteien grün geworden sind. Nun müssen sie sich wieder neu positionieren. Und radikalisieren. Weiterhin macht den Gründen zu schaffen, dass die viele traditionelle Wähler (mich übrigens auch) ihr Liebäugeln mit der Union stört. Und zum dritten radikalisieren sich viele Gruppierungen, wenn sie stark waren und es nicht mehr sind. (Vgl. die katholische Kirche bzw. den Papst.)
Comment von hanneken — 10. 12. 2006 @ 17:08