Zusammenfassung: Carnival of German-American Relations
So, nun ist er vorbei, der neueste „Carnival of German-American Relations“. Knapp zwei Dutzend Beiträge in deutscher und englischer Sprache sind eingetrudelt; zwar ist die Resonanz damit etwas geringer ausgefallen als bei den letzten Ausgaben des Carnival, in der Gesamtheit können Joerg, David und ich uns aber über ein großes Spektrum von Themen und politischen Ansichten freuen. Leider kann ich meine Zusammenfassung erst heute online stellen – dafür umfasst sie aber alle Beiträge, ob sie nun in deutscher oder englischer Sprache verfasst worden sind.
Omar vom Too much cookies network beschäftigt sich in „Patriotische Muslime“ (D) mit der Frage, wie und mit welchem Erfolg in Europa und den USA die Integration muslimischer Einwanderer stattfindet. In den USA wird diese, so seine These, durch den vorhandenen Patriotismus erleichtert. Deutschland und Europa könnten da noch einiges von den USA lernen. In einem zweiten Artikel, „Civil Rights vs “stay the course”“ (E), setzt er sich mit den bedrohten Freiheitsrechten in den USA auseinander und versucht, zu erläutern, warum die Deutschen dies mit besonderer Sorge zur Kenntnis nehmen: Es hat mit ihrer Geschichte zu tun.
David Houle von Evolution Shift trägt ebenfalls zwei Artikel bei. In “Europe All the Time, New York When It Needs To” (E) stellt er fest, dass auch Amerikaner bereit sind, Energie zu sparen und sich umweltfreundlich zu verhalten, wenn man ihnen die Notwendigkeit klar macht. „Freedom is just another name for……….Berlin” (E), sein zweiter Beitrag, schildert seine Empfindungen als Amerikaner, der diese geschichtsträchtige Stadt besichtigt.
Fred Fry meint: „Germany’s thinking Off by 180 Degrees” (E) und bezieht sich damit auf die Sorge vieler Deutscher, beim Libanon-Einsatz der Bundeswehr könne es zu Zusammenstößen zwischen deutschen und israelischen Truppen kommen. Die Schwierigkeiten, so meint er, kämen doch ohnehin nur aus dem Norden…
The German Princess berichtet in „Soldiers Angel Europe“ (E) über Europäer, darunter auch mehrere Deutsche, die sich an dem „Soldiers Angel“-Projekt beteiligen, also amerikanischen Soldaten Post und Geschenke aus der Heimat zukommen lassen.
Manfred Messmer von Arlesheim Reloaded vergleicht in „Sister Republics“ (D/E) die deutsch-amerikanischen mit den schweizerisch-amerikanischen Beziehungen; dieser Text ist auch in Englisch verfügbar. Außerdem erinnert er sich in „Ich schrieb gerade an einem Text“ (D) an den 11. September.
Paul13 von NBFS verreißt in “Die Welt ohne 9/11: Als US-Präsident Kerry ins World Trade Center bat” (D) einen SPIEGEL-Artikel, der in seiner Ansicht nach viel zu bunten Farben das Bild einer Welt malt, in der es den 11. September niemals gegeben hat.
Daniel Fallenstein von e pluribus unum schildert in „Ausgerechnet Bananen“ (D) seine ganz persönliche Perspektive auf die USA: Sie ist von Dankbarkeit geprägt, denn ohne die Amerikaner hätte es ihn nicht gegeben, und er hätte wohl niemals Bananen essen können.
Joerg Wolf gibt in „German 9/11 Victim Defamed in “United 93” Movie“ (E) einen Überblick über die harsche Kritik, die Deutsche und Amerikaner an der Darstellung des deutschen Passagiers in diesem Film üben. Die Figur diene nur dazu, Klischees über Europäer zu vermitteln; für das dargestellte Verhalten des Mannes gebe es hingegen keinen Beleg. In „Different Perceptions over Time and across the Atlantiv“ beschäftigt er sich mit der öffentlichen Wahrnehmung der Massage, die Präsident Bush Kanzlerin Merkel angedeihen ließ – und zieht Vergleiche zwischen den Medien beider Länder.
Auch die erphschwester blickt in „Jahrestage“ (D) auf den 11. September zurück, allerdings macht sie sich auch Gedanken darüber, wie die USA und Europa mit dieser Erfahrung umgegangen sind. Dabei kommen die Amerikaner etwas, aber nicht viel, schlechter weg… im zweiten Beitrag, „PTBS“ (D), fragt sie sich, was man wohl denken muss, um Soldat zu werden. Da, so meint sie, nähern sich Deutsche und Amerikaner immerhin immer mehr an: In beiden Ländern wird das Militär immer kritikloser behandelt, meint sie.
David Vickrey von Dialog International hat auch selbst etwas verfasst und zum Carnival beigesteuert: In „The US and the Geneva Conventions“ (E) macht er sich Gedanken über das amerikanische Verhältnis zur Genfer Konvention und zieht dabei auch historische Beispiele aus dem 2. Weltkrieg heran. Schon damals, so bedauert er, haben auch die USA die Konvention gern einmal vergessen, um Ziele zu erreichen oder Botschaften zu übermitteln.
Shah Alexander vom Global American Discourse schaut in „From Brussels to Riga“ (E) auf die im Wandel begriffene Rolle der NATO; er zeigt sich erfreut, dass die Organisation nun eine globalere Perspektive und eine aktivere Rolle einnimmt, und dass auch Deutschland sich dem nicht völlig verschließt. In „America and Old Europe“ (E) wendet auch er sich den Folgen von 9/11 zu; er äußert Verständnis für die unterschiedlichen Vorstellungen im Kampf gegen den Terror, sieht aber mit den neuen europäischen Führungskräften eine echte Chance für ein sich weiter besserndes transatlantisches Verhältnis.
Marian Wirth von Pursuit of Serenity erinnert in „Remembering JFK in Berlin“ (E) an den Berlin-Besuch des wohl berühmtesten amerikanischen Präsidenten des vergangenen Jahrhunderts. Viele Deutsche erinnern sich noch immer an diesen Besuch, auch die Jüngeren kennen die Bilder – und der Gedanke an diesen Besuch und seine Umstände sei ein Grundstein, auf dem auch heute noch die Beziehungen beider Länder ruhen, findet Marian.
Carsten Bösel, der TransatlanTicker, macht sich in „Amerika Haus Berlin: Ende oder Neuanfang“ (D/E) Sorgen um das Amerika-Haus am Bahnhof Zoo. Seit dem Ende des 2. Weltkrieges hat dieses Zentrum in verschiedensten Veranstaltungen über die USA, ihre Kultur, Politik und ihre Menschen, informiert – nun wird es geschlossen. Welche Perspektiven es gibt, erläutert der TransatlanTicker.
Michael Scott Moore von Radio Free Mike verteidigt in “Free Speech in the West” (E) den SPIEGEL gegen den Vorwurf des Antiamerikanismus. Sicher gäbe es dort solche Tendenzen, in der Gesamtheit aber könne man das nicht behaupten – Kritiker wie Davids Medienkritik würden etwa vergessen, dass Claus Christian Malzahn, einer der wenigen sehr proamerikanischen Mitarbeiter des SPIEGEL, immerhin der Chef der Berliner Redaktion ist.
Hokey von Hokey’s Blog wundert sich in „Amerikafeindlichkeit“ (D) über sich selbst: Warum nur ist er so schnell bereit, Verschwörungstheorien Glauben zu schenken, nur weil sie die Amerikaner als Bösewichte darstellen? Dabei hat er den USA doch so viel Gutes zu verdanken. Das Verhältnis zwischen Deutschland und Amerika, so findet er, ist schließlich nur auf politischer Ebene schlecht, nicht aber in Bezug auf Kultur, Gesellschaft und Handel. Und auch die politischen Beziehungen werden sich bald wieder verbessern, glaubt er – und setzt dabei natürlich auf das Ende der Bush-Regierung.
Ich danke, gemeinsam mit Joerg und David, noch einmal allen Teilnehmern herzlich für ihre Mühe und Kreativität. Hoffentlich werden alle Leser den einen oder anderen Beitrag finden, der sie amüsiert, informiert oder zum Nachdenken anregt. Alle Autoren freuen sich über Kommentare und Diskussionen, da bin ich mir sicher.
Von hier aus auch noch einen schönen Gruß an Joerg, ohne dessen ständige Bemühungen der Carnival nicht existieren könnte. Er ist wirklich jemand, der sich mit seinem Herzblut für die transatlantische Verständigung einsetzt – und dabei ohne vorgefertigte Meinungen auskommt, sondern sich für beide Seiten öffnet.
Bis zum nächsten Carnival in ein paar Monaten!










Fourth Carnival of German-American Relations
Welcome to the latest carnival edition! Thank you! to all participants who submitted very interesting blog posts on German-American relations. You find all submissions in the right column: ====>>> ====>>> ====>>>
Trackback von Carnival of German-American Relations — 25. 9. 2006 @ 15:50
Der Artikel “Patriotische Muslime” ist schon ein wenig älter (noch vom alten Blogcarnival). Trotzdem, danke schön für die Zusammenfassung. Die Artikel im Blogcarnival haben viel Potenzial in sich.. Komme ich dazu, sie durchzulesen?? Hoffentlich.
Comment von Omar Abo-Namous — 25. 9. 2006 @ 19:31
Carnival!!!! German American Relations Volume 1, Number 4
This issue of the Carnival is hosted by Dialog International There is also a German blog (with some English picks as well) hosted by Liberale Stimme Online. In all, and even though my German is fairly rusty the pickings are good.
Trackback von GM's Corner — 26. 9. 2006 @ 4:34
4th Carnival of German-American Relations.
Yes, that exists. And if you think that Europe likes America again, think again. Animosity toward and distrust of the U.S. is worse than ever, and pretty much a constant since the spring of 2003. But this carnival may…
Trackback von What About Clients? — 30. 9. 2006 @ 18:20
Overview of Atlantic Review posts in September
Last month the Atlantic Review posted more stories than usual. Perhaps you missed some of them. Many posts led to a long and interesting debates in the comments sections. Afghanistan and NATO: • NATO’s Difficulties to Get More Tr…
Trackback von Atlantic Review — 7. 10. 2006 @ 23:13
Schade, dass dieses Blog gerade sanft entschläft - zu Gunsten von B.L.O.G. Ich fände es gut, wenn Karsten seine B.L.O.G-Beiträge künftig auch in die Liberale Stimme einstellen würde.
Grüße!
Comment von Dr.Dean — 17. 10. 2006 @ 23:10
Carnival of German-American Relations on December 11th
The fifth edition of our quartely Carnival of German-American Relations will take place on December 11th and hosted by GM’s Corner (in English) and Too Much Cookies (in German).
Please consider participating in this project to promote transatlantic …
Trackback von Atlantic Review — 14. 11. 2006 @ 2:09