Gute Nachrichten vom Mobilfunkmarkt
Ich mag E-Plus, weil sie die ersten sind, die tatsächlich Schluss machen mit der ständigen Subventionierung von Handys. Irgendwie habe ich es nie eingesehen, überhöhte Telefonkosten zu bezahlen, damit irgendwelche Kids jedes Jahr ein neues Handy mit sich herumschleppen und Siemens, SonyEricsson, Motorola und Nokia ihren Aktionären wieder von einem wachsenden Markt für Mobiltelefone in Deutschland berichten können. Denn die Preise, die man hierzulande für mobiles Telefonieren bezahlt (hat), haben nur wenig mit den tatsächlichen Kosten des Netzbetreibers zu tun - und dafür sehr viel mit den Kosten für all die Handys, Playstations und Wochenendreisen, die man als Dreingabe bei Abschluss eines Vertrages bekam.
Zu Beginn war das vielleicht sinnvoll, um den Markt überhaupt erst einmal ins Rollen zu bringen - denn wer kein Handy hat und auch keines bezahlen kann, der schließt auch keinen Vertrag mit einem Handy-Provider ab. Doch im Laufe der Zeit wurde dieses System zu einem Anreiz für die Gerätehersteller, auf Produktqualität völlig zu verzichten (wen stört schon, dass das Handy nach spätestens 24 Monaten seinen Geist aufgibt, wenn man zu diesem Zeitpunkt eh ein neues Handy geschenkt bekommt?) und stattdessen das Geld lieber in Werbekampagnen zu verpulvern (wenn alle kostenlosen Schrott anbieten, gewinnt der, der den meisten Radau macht). Sowohl ökologisch wie auch ökonomisch auf Dauer eine sinnlose Entwicklung.
Wie oft haben sich die Netzbetreiber früher schon darauf geeinigt, ab sofort mit dieser unsinnigen Praxis Schluss zu machen? Immer wieder sprach man sich ab, und immer wieder hielt sich keiner daran - wer weiter Handys verschenkt, nimmt den Anderen Marktanteile ab, da war man sich einig. Vor allem, da auch keiner der Netzbetreiber die Gesprächskosten entscheidend senken wollte - den Subventionsabbau wollte man ja eigentlich zur weiteren Steigerung der ohnehin oft utopischen Gewinnspannen nutzen. Und somit blieb alles beim Alten.
Mit der Einführung des BASE-Tarifs hat E-Plus dieses Kartell als erstes Unternehmen der Branche durchbrochen. Die Flatrate hält zwar den Umsatz bei E-Plus konstant, gibt aber die Möglichkeit, fast beliebig zu telefonieren, ohne ständig über die Kosten nachzudenken. Der Haken: Man bekommt eben kein Handy mehr geschenkt. Das gleiche gilt für die Prepaid-Angebote des Unternehmens, die ebenfalls ohne neues Telefon, dafür aber mit günstigen Preisen daherkommen. Und dass ausgerechnet diese Angebote nun für eine sehr positiven Entwicklung des Unternehmensgewinns verantwortlich sind, zeigt, dass die Strategie ankommt und Erfolg hat.
Wie gesagt, ich finde das sehr gut.











