Offensive Werbung

Vergleichende Werbung ist ja seit einiger Zeit erlaubt aber vor dem Hintergrund der Katastrophe im Münsterland finde ich diese Kampagne schon etwas dreist… (Screenshots eines Flash-Werbespots)

Vergleichende Werbung ist ja seit einiger Zeit erlaubt aber vor dem Hintergrund der Katastrophe im Münsterland finde ich diese Kampagne schon etwas dreist… (Screenshots eines Flash-Werbespots)
Am 23. Oktober dieses Jahres wurde Lech Kaczynski zum vierten Präsidenten der dritten Polnischen Republik gewählt.
Die Wahl wurde von Internationalen Medien mit großem Interesse verfolgt (auch die Liberale Stimme berichtete).
Im Laufe der Berichterstattung wurde oft über Kaczynskis durchaus aufregende Vergangenheit gesprochen. Als Kinderstar wurde der damals 13jährige schon im Jahre 1962 zusammen mit seinem Bruder (Jaroslaw Kaczynski, Parteichef der PiS) durch den Film “Über die zwei, die den Mond gestohlen haben” berühmt.
Genauere Informationen bekommt man dazu in den Medien allerdings meist nicht. Auch Wenn man im Internet sucht, wird man nur schwer fündig.
Die Wikipedia und auch die ersten Seiten der google-Suche bringen nur die Information zu Tage, dass die beiden in dem Film die Hauptrollen Jacek und Placek gespielt haben. Ungeklärt bleibt dabei die Frage: Wer ist wer?
Wir von der Liberalen Stimme haben unser bestes gegeben um unseren Lesern aber auch diese Frage zu beantworten:
Lech Kaczynski spielte den Jacek, sein Bruder Jaroslaw den Placek.
Diese Information stammt übrigens aus der internet movie database, die allerdings mit dem deutschen Filmtitel nicht viel anfangen kann…
Manchmal kann man nicht anders, als jenen (vor allem konservativen) Zeitgenossen zuzustimmen, die sich andauernd über die “Fungesellschaft” und ihre zunehmende Verdummung beklagen. Vor allem Lehrer und Ausbilder in der Wirtschaft sind es, die da den Untergang des Abendlandes in einem Verfall der Bildung kommen sehen - und wenn man sich das abendliche Werbefernsehen ansieht, regt sich leise Zustimmung.
Da wird für jenes Spülmittel, das schon seit langem die Hände der Hausfrauen beim Spülen pflegt, eine neue Mixtur beworben. Welche Vorteile diese haben soll, kommt dabei nicht heraus; stattdessen zielt die Werbung darauf ab, den Verbraucher für den sog. “Soda-Effekt” der Reinigungsflüssigkeit zu begeistern. Durch die Identifikationsfigur - einen kleinen Jungen - wird er darüber aufgeklärt, was Soda bedeutet: “Dass es sprudelt”.
In einer kleinen Grafik, die vom Niveau des begleitenden Textes her wohl auch eher für Grundschüler gestaltet wurde, erfahren wir, dass dieser neue Soda-Effekt das Fett bereits bei Kontakt mit dem Wasser ablöse; nun, das taten die vorangegangenen 282 Reinkarnationen der Marke ja ebenfalls. Ob das nun mittelbar oder unmittelbar mit dem “Soda-Effekt” zu tun hat - egal, hauptsache Blasen steigen auf.
Analysiert man diese Werbung auf die Zielgruppe hin, so kommt man recht schnell zu dem Schluss, dass sie sich vor allem an Kinder richtet. Das Unternehmen nimmt in der erzählten Geschichte die Rolle der Mutter ein, die auf das Kind achtet und dafür sorgt, dass es tut, was gut für es ist. Da ein kleines Kind aber nicht wirklich versteht, warum Spülen oder etwa Zähneputzen gut und wichtig sind, haben schon unsere Eltern bei letzterem zu einem kleinen Trick gegriffen: “Blendi” bekämpfte nicht nur Karies, sondern schmeckte auch noch sehr gut. Und “Pril” blubbert jetzt eben.
Sind die Werbetexter der Marke nun der Ansicht, das Filiarchat in deutschen Haushalten sei so weit vorangeschritten, dass die Kinder bereits über die Marke des benutzten Spülmittels entscheiden (und da natürlich für das teure Markenprodukt)? Dem widerspricht aber doch ein anderes Klischee, dass die heutige Jugend nämlich überhaupt nicht mehr im Haushalt hilft. Warum also sollten sich die Kids für die Marke des Spülmittels interessieren?
Vielleicht ist es ja auch eine eher langfristige Strategie, die die Kinder als aufwachsende Konsumenten im Blick hat. Immerhin gelang es mit Kreationen wie dem “Anti-Ageing-Effekt”, dem “Blubb” oder den “Frühstücks-Cerealien” auch nicht, die damaligen Erwachsenen zu überzeugen - dafür aber sind die damaligen Kinder heute als Konsumenten häufig fest an die damit assoziierten Produkte gebunden.
Oder ist es die “Fungesellschaft”, die die Werber im Auge haben? Denn diese, so will es das Klischee, will ja nicht mehr über die Inhaltsstoffe des Spülmittels und deren Wirkung nachdenken, sondern “Fun” auch beim Spülen erleben. Wäre das wahr, so würde es natürlich Sinn machen, sich mit der Werbung an Kinder zu wenden - nämlich die so genannten “Erwachsenen” der Fungesellschaft. Ob dieses Klischee stimmt, darüber kann man wohl geteilter Meinung sein; zu hoffen bleibt aber, dass dem nicht so ist, denn das wäre der ideale Brutplatz für Faschismus und Diktatur. Diktatoren wollen erwachsene Kinder, keine Bürger.
Buchtipp: “Strategien der Verdummung: Infantilisierung in der Fungesellschaft” / hrsg. von Jürgen Wertheimer und Peter V. Zima - München: Beck 2001. ISBN 3-406-45963-3
Der “Amtsweg” - wer kennt ihn nicht? Nun, genau genommen kennt ihn eigentlich niemand. “Lang und müßig” soll er sein, so weiß der Volksmund, aber wohl auch nur als Erklärung für lange Wartezeiten. Wo er genau lang führt, weiß niemand. Versucht man selbst einmal, bei einer Behörde einen Verantwortlichen für eine Anfrage oder gar Beschwerde zu erreichen, merkt man recht schnell, woran es oft hapert: Niemand fühlt sich verantwortlich.
Man wird von Behörde A zu Behörde B verwiesen, von dort weiter zu Behörde C, wo man erfährt, dass Behörde A für den Fall zuständig ist. Eines der großen Probleme in unserem Land ist offensichtlich, dass bei der Verwaltung der Kopf oftmals nicht weiß, was der Schwanz gerade tut. Man sollte sich doch wirklich einmal fragen, ob es nötig ist, so viele Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst damit zu beschäftigen, ihre eigenen Verantwortlichkeiten zu klären, Unmengen von veralteten und unverständlichen Vorschriften anwenden zu lernen und im Wesentlichen zu prüfen, ob Unterschriften auf Formularen und Anträgen richtig gesetzt sind.
Es verwunderte mich doch sehr, dass man seine Steuererklärung jetzt mit Hilfe eines eigens entwickelten Programms des Finanzamtes erstellen und diese auch direkt online zum Finanzamt übermitteln kann. Bei genauerem Nachfragen erfuhr ich allerdings recht schnell, dass man dennoch ein Formular beim Finanzamt einreichen muss, in dem man die digitale Übermittlung bestätigt - denn ohne Unterschrift ist ja bei Behörden alles ungültig.
Wenn man keinen Fortschritt will, dann muss man ihn eben vortäuschen. Die alt bewählte Strategie der Behörden greift auch hier.
Die Wehrpflicht ist derzeit ein viel diskutiertes Thema. Regelmäßig hört man in den Medien neue Statements irgendwelcher Politiker, Offiziere oder von Sprechern sozialer Organisationen.
„Wir müssen an der Wehrpflicht festhalten, sonst stehen wir schutzlos da!“, „Ohne Zivis bricht unser gesamtes Sozialsystem zusammen!“ oder „Wir brauchen eine Armee von Profis wie die USA sie haben!“.
Die meisten Aussagen zu diesem Thema basieren auf Angst. Durchaus verständlich, ist doch die Bundeswehr zur militärischen Verteidigung unseres Staates bestimmt. Hinzu kommen jetzt allerdings auch die klagenden Rufe aus Richtung des Sozial- und Gesundheitswesens, denn Zivildienstleistende sind inzwischen zum essentiellen Bestandteil einer jeden sozialen Einrichtung geworden – allen voran jene Gesellschaften, die komplett auf Zivis aufgebaut sind, wie z.B. die Behindertenfahrdienste des DRK oder Organisationen, die „Essen auf Rädern“ anbieten.
Aber woher kommt die Wehrpflicht eigentlich, wie ist sie entstanden?
Wer kam auf diese abstruse Idee, jeder Mann, der ein bestimmtes Alter erreicht hat, könne dazu gezwungen werden, Militärdienst zu leisten? Es war einer der ganz großen der Geschichte: Napoleon.
Der Hintergrund, unter dem diese Wehrpflicht entstand, war also ein völlig anderer als heute:
Napoleon wollte Krieg führen – Angriffskrieg.
Im Rahmen der Freiheitskriege gegen das napoleonische Frankreich kam in Deutschland die Wehrpflicht auf, da man sich gegen die riesigen Armeen Napoleons nur schwierig verteidigen konnte. Nachdem die preußischen Heeresreformer um Gneisenau, Scharnhorst und Boyen die „Verteidigung des Vaterlands“ zur „sittlichen Pflicht jedes Bürgers“ erklärt hatten, war der Soldat ein anerkanntes Mitglied der Gesellschaft. In Laufe des 19. Jahrhunderts änderte sich daran nicht viel, der Militarismus nahm sogar noch zu.
Erst mit dem Versailler Vertrag und dem damit einhergehenden Verbot der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland, wurde diese wieder abgeschafft. Der Beruf des Soldaten verlor wieder deutlich an Ansehen. Im Jahre 1935 wurde im nationalsozialistischen Deutschland die Wehrpflicht allerdings wieder eingeführt und der Versailler Vertrag damit gebrochen. Nur so konnte Hitler die Truppenstärke für sein Massenheer sicherstellen.
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde Deutschland entmilitarisiert. Als 1950 eine Diskussion um einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag entbrannte, begann man wieder mit der Wehrpflicht zu planen, denn man sah keine andere Möglichkeit, die gewünschte Truppenstärke zu erreichen.
Im Verlauf des kalten Krieges, bei dem es sich hauptsächlich um ein Wettrüsten zwischen den westlichen NATO-Staaten und den östlichen Staaten des Warschauer Paktes handelte, wurde die Wehrpflicht zu einem wichtigen Bestandteil für das Sicherheitsgefühl der Bürger der Bundesrepublik.
Die Bundesrepublik Deutschland war unter den NATO-Partnern besonders stark von dieser Entwicklung betroffen, da Deutschland geteilt war und mit der Grenze zur Deutschen Demokratischen Republik der „antifaschistische Schutzwall“ auf deutschem Boden stand. Damit saß die russische Armee in Deutschland in einer Art Festung, aus der jederzeit ein Ausfall möglich gewesen wäre. Um diesen Ausfall zu verhindern, musste die Festung belagert werden.
Dafür war jedes Mittel recht und auch der eigene Sohn nicht zu schade.
Das krampfhafte Festhalten an der Wehrpflicht innerhalb unserer Gesellschaft stammt aus eben dieser Zeit, als man noch die Angst hatte, „der Russe“ könne jeden Tag vor der Tür stehen. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 und der Auflösung des Warschauer Paktes im darauf folgenden Jahr hat sich diese Situation aber nun drastisch geändert, an der Wehrpflicht wird jedoch weiterhin festgehalten.
Heute brauchen wir keine Angst mehr zu haben, dass eine gewaltige russische Armee plötzlich vor den Toren unseres Landes auftaucht. Das Problem hat sich verlagert. Die wirkliche Gefahr geht heute von Terrororganisationen und Attentätern aus, nicht mehr von Nationen und Generälen. Die Aufgabe, unser Land zu verteidigen und zu schützen hat sich damit auch gewandelt. War es noch vor einigen Jahren notwendig, eine riesige Armee aus Wehrpflichtigen bereitstehen zu haben, so sind es heutzutage viel mehr die professionell Ausgebildeten Anti-Terror-Einheiten sowie die Pioniertrupps, die für unser Land wichtiger werden.
Die Bundeswehr muss modernisiert werden. Das bedeutet, dass wir die klassische Armee, wie wir sie zurzeit haben, umbauen. Heute brauchen wir eine Armee, die zum einen effektiv zur Terrorismusbekämpfung im Rahmen des Internationalen Krieges gegen den Terror beiträgt und zum anderen Aufgaben des Katastrophenschutzes und des Technischen Hilfswerkes im Notfall, z.B. bei Hochwasser, übernimmt. Dazu brauchen wir keine Wehrpflichtigen, die 10 Monate lang ihren Dienst ableisten, weil sie es müssen, dabei die Tage rückwärts zählen und möglichst schnell nach Hause wollen.
Berufssoldaten sind die Zukunft. Wer den Beruf des Soldaten wirklich ausüben möchte, kann einerseits besser ausgebildet werden und ist andererseits motivierter als der Wehrdienstleistende, denn bei Wehrdienstleistenden ist die Motivation meist gleich Null und die Ausbildung kaum vorhanden. Man sollte sich schon wundern, dass eine gewöhnliche, zivile Berufsausbildung in Deutschland üblicherweise 3 Jahre dauert, die Grundausbildung zum Soldaten allerdings nur 3 Monate.
Auch die Klagen der sozialen Einrichtungen, ohne Zivildienstleistende würde alles zusammenbrechen, sind völlig ungerechtfertigt. Bei den Zivildienstleistenden gibt es das gleiche Problem wie bei den Grundwehrdienstleistenden: Sie sind unzureichend ausgebildet und kaum motiviert.
Gerade in sozialen Bereichen, in denen Zivildienstleistende eingesetzt werden, brauchen wir qualifizierte Kräfte. Im Gegensatz zum Grundwehrdienstleistenden wird der gewöhnliche Zivi nämlich noch bedeutend weniger geschult – am Anfang steht ein „Einweisungsdienst“ und innerhalb der ersten 3 Monate des Dienstes erfolgt ein zweiwöchiger, themenspezifischer Lehrgang.
Statt viel Geld in Zivildienstleistende und deren Verwaltung (Bundesamt für den Zivildienst) zu investieren, muss mit dem Geld lieber dafür gesorgt werden, dass in sozialen Einrichtungen genug qualifizierte Kräfte eingestellt und ausgebildet werden können. Dies wäre nur zum Vorteil derer, die auf die Dienste solcher Einrichtungen angewiesen sind.
Der Wehrdienstleistende, wie der Zivildienstleistende auch, ist nur ein viel zu hoher Kostenpunkt für unseren Staat, allerdings keine solide Grundlage, auf die man die Terrorismusbekämpfung, die Katastrophenhilfe und die soziale Sicherung aufbauen kann.
Dafür brauchen wir qualifiziertes Fachpersonal.
siehe auch…
www.wehrpflicht-nein-danke.de
www.bundeswehr.de
www.zivildienst.de