18. 9. 2006

Zweimal Werbung

So lange hier der Laden noch offen hat, will ich schnell noch zwei kleine Werbemaßnahmen vornehmen.

Zum Einen möchte ich noch einmal auf den Carnival of German-American Relations hinweisen, der jetzt noch genau eine Woche läuft. Ich weiß von einigen Leuten, dass sie gern noch einen Beitrag verfassen wollten, aber wie das so ist: Man vergisst und verschiebt es immer wieder. Also: Beeilt Euch! Und auch für die, die bisher noch nicht teilnehmen wollten, noch einmal eine Einladung: Es lohnt sich, beim Carnival seine Meinung einzubringen.

Der zweite Hinweis betrifft CoComment, ein nettes Tool, das es einem ermöglicht, seine gesammelten Kommentare durch die gesamte Blogosphäre auf einer Seite zu betrachten. Es funktioniert besser, wenn sich mehr Leute beteiligen, ist für mich aber jetzt schon eine große Hilfe. Auch, wenn es bei http://www.mehr-freiheit-wagen.de/ leider nicht funktioniert. :(

Schöne Grüße - und schaut doch mal bei B.L.O.G. vorbei. :)

16. 8. 2006

Hurra! Achmadinedschad jetzt auch in Englisch!

Die meisten Leser haben sicherlich schon vom neuesten Bewohner der Blogosphäre gehört: Mahmud Ahmadinedschad, der berühmt-berüchtigte Präsident des Iran, hat sich zu uns gesellt und führt nun sein eigenes Blog. Dass er sehr mitteilungsbedürftig ist, hat er ja schon mit den Briefen an diverse Staatsoberhäupter und Regierungschefs, darunter auch George W. Bush und unsere eigene Frau Merkel, bewiesen; jetzt also ein Blog, die direkteste Methode, über die er mit der Weltöffentlichkeit kommunizieren kann.

War dieses Blog aber bisher nur auf Farsi und Arabisch zu lesen, scheint er nun die Absicht zu haben, sich auch den Bewohnern anderer Länder in ihren jeweiligen Sprachen mitzuteilen. So existiert zumindest ein Blogeintrag, nämlich seine kurze Autobiografie, nun bereits in Englisch. Außerdem findet sich bei der Sprachauswahl auch bereits ein Button für eine französische Version, der aber leider noch nicht funktioniert. Wird wohl in den nächsten Tagen kommen.

Nach kurzem Überfliegen sollte man Herrn A. aber raten, sich entweder einen Übersetzer für die englische Version zuzulegen - oder aber, den zu feuern, den er bisher hat. Ist zwar kein Babelfish-Niveau, aber richtiges Englisch sieht auch etwas anders aus. Wesentlich flotter liest sich da das Weblog eines Konkurrenten in der iranischen Politik, Mohammed Abtahi, seines Zeichens ehemaliger Vizepräsident der Islamischen Republik (mit Dank an B.L.O.G.). Man kann von diesen Herrschaften ja nun halten, was man will (in meinem Falle: Nicht viel…), aber dass man im Internet nun direkt über ihre Gedanken und politischen Aussagen informiert wird, ist schon ein echter Fortschritt. Man stelle sich vor, es hätte früher schon das Pinochet-Blog oder die persönliche Website von Mussolini gegeben. “Il Duce privat” oder so… faszinierend.

11. 8. 2006

Leichen sind nicht witzig

Ein “Medienkrieg” ist die Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hisbollah im südlichen Libanon. Das haben wir in den letzten Jahren immer häufiger gehört - eigentlich handelt es sich mittlerweile bei jedem bewaffneten Konflikt, an dem ein moderner, industrialisierter Staat beteiligt ist, um einen solchen. Es geht um die Macht der Bilder, um Deutungsmacht, um die richtige Beeinflussung der öffentlichen Meinung, zum richtigen Zeitpunkt, mit den richtigen Mitteln. Oder eben mit gefälschten Mitteln; denn immer, wenn Propaganda in der Kriegsführung eine entscheidende Rolle spielt, müssen eben auch einmal gefälschte oder gestellte Bilder sowie Fehlinformationen dazu herhalten, die richtigen Impulse in der Öffentlichkeit zu setzen.

Das beginnt mit Opferzahlen, die der libanesische Ministerpräsident zunächst zu hoch verkündet (40) und dann “leicht” nach unten korrigieren muss (auf ein Opfer, das aber natürlich immer noch zuviel ist). Es geht weiter mit der Suche nach möglichst wirksamen Motiven, die dann dramatisch in die Kameras der Weltpresse gehalten werden - und endet bei dem Reuters-Fotografen, der seine Fotos retuschiert, damit sie dramatisch genug erscheinen, um auch veröffentlicht zu werden. Oder jedenfalls wäre es schön, wenn es dort enden würde. Das ist aber leider nicht der Fall, denn in den letzten Tagen gab es noch eine ganz andere Diskussion: Die über ein Foto, auf dem einige der Leichen von Opfern des israelischen Angriffs auf Kana zu sehen sind. (more…)

9. 8. 2006

Nazis, Antifa, Blogosphäre

Naonazis und Antifa

Wer sich “draußen”, in der “richtigen Welt”, mit den immer häufiger angemeldeten Demonstrationen der extremen Rechten beschäftigt, hat schon lange gemerkt, dass Skinheads und Neonazis niemals alleine marschieren - sie sind immer begleitet von ihren “Schatten” aus der Autonomen Szene. Die “Antifa” verfolgt aufmerksam jede Aktivität der Rechten, meldet Gegendemonstrationen an, kundschaftet Marschwege aus und such eifrig nach Möglichkeiten, die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen und Schlägereien mit den Rechten anzuzetteln.

Ich war stets der Meinung, dass Gewalttäter und politische Schlägertruppen in jedem Fall rundheraus abzulehnen sind; mir ist egal, welche politischen Ansichten jemand vertritt - wenn er diese durchsetzen will, indem er Schlägereien mit Andersdenkenden sucht, dann disqualifiziert er sich in meinen Augen für jede vernünftige Auseinandersetzung. Darüber habe ich schon öfter mit Menschen diskutiert, die im Gegensatz zu mir die militante Antifa gutheißen (oder ihr angehören, da kenne ich auch den einen oder anderen). Das wichtigste Argument dieser Leute, das zugegebenermaßen nicht spurlos an mir vorübergeht, ist Proaktivität vs. Reaktivität. Die Neonazis, so wird hier üblicherweise argumentiert, sind proaktiv; sie wollen (auch) mit Gewalt eine Änderung unseres politischen Systems herbeiführen, sie starten Angriffe auf Türken, Juden und Schwarze, starten Demos mit rassistischen Forderungen oder solchen, die auf eine Rehabilitierung des NS-Terrorregimes hinauslaufen. (more…)

31. 7. 2006

Karnevalsgastgeber

Die Liberale Stimme freut sich, Gastgeber für den nächsten Karneval der Deutsch-Amerikanischen Beziehungen (Carnival of German-American Relations) sein zu dürfen. Wir teilen uns diese Ehre mit dem US-Gastgeber Dialog International, wo David Vickrey verantwortlich zeichnet.

Die meisten unserer Leser wissen sicherlich, worum es bei dieser Aktion geht und wie sie funktioniert; für die, die noch nie davon gehört haben, folgt eine Erläuterung des Blogkarnevals an sich sowie dieser speziellen Aktion am Ende dieses Beitrages.

Für alle anderen möchte ich kurz anmerken, welche Vorstellungen und Wünsche ich mit unserer Rolle als Gastgeber verknüpfe - mit etwas Glück lässt sich ja das Eine oder Andere davon erreichen. Die bisherigen Carnivals of G-A Relations wurden in doppelter Hinsicht von bestimmten Gruppen von Bloggern dominiert - jedenfalls was die deutsche Seite anging. (more…)

28. 7. 2006

Stöckchen

Ich habe bisher noch nie bei diesen Stöckchen-Spielen mitgemacht. Gut, das mag vor allem daran gelegen haben, dass mir auch noch keiner eines “zugeworfen” hat, hat aber auch damit zu tun, dass es mir wie eine Art Kinderspiel erscheint - vor allem, da die Fragen bei diesen Spielen oft recht oberflächlich sind und sich oft wiederholen. Darum habe ich eine ganze Weile überlegt, ob ich das Stöckchen, das “SoWhy?” mir zugeworfen hat, wirklich auffangen sollte. Immerhin gibt es so viel anderes, was ich hier schreiben will, und nebenbei habe ich auch noch viel zu tun…

Ich habe es aber dann doch getan, unter anderem, weil sich dieses Stöckchen mit einem interessanten blogwisssenschaftlichen Experiment verbindet - nämlich dem Stöckchentracker von DonsTag, der auch der Urheber dieses speziellen Stöckchens ist. Der Tracker macht den Verlauf des Stöckchenspiels sichtbar und erstellt damit eine Ausschnittskarte der deutschen Blogosphäre, die sichtbar macht, wer wo liest und mit wem in Kommunikation steht. Fast schon eine Art soziologisches Experiment, könnte man sagen. Und da ich an so etwas Spaß habe, apportiere ich also hier: (more…)

14. 6. 2006

Nee, Tomislav…

Ich habe den Blog oekologismus.de, der hauptsächlich von Tomislav mit Inhalt gefüllt wird, aus gutem Grund in unsere Blogroll aufgenommen - die Kyoto-Uhr führt sehr anschaulich vor Augen, wie viel Geld wir täglich für einen nicht nachgewiesenen “Klimaschutzeffekt” hinauspusten, und auch in den Beiträgen finde ich oft gute Links und Hinweise für Diskussionen mit Menschen, die jeden Quatsch glauben, solange er nicht wissenschaftlich zu beweisen oder zu widerlegen ist. So teile ich etwa mit Tomislav die Abneigung gegen die Homöopathie; “medizinische” Behandlung mit reinem Wasser ist wir zuwider, vor allem, wenn die Patienten dabei keine wirkliche, “schulmedizinische”, Behandlung erfahren.

Aber mit manchen Dingen, die man dort so in der Kommentarspalte findet, kann ich mich nicht einverstanden erklären. Ein sehr unschöner Satz vom Autor selbst etwa lässt mir die Haare zu Berge stehen: (more…)

6. 6. 2006

In Bulgarien?

Offenbar war dieses Blog erfolgreicher, als ich je gedacht habe. Die Domain “www.liberale-stimme.de”, unter der wir früher zu erreichen waren, ist seit ein paar Wochen abgemeldet. Das lag vor allem daran, dass es Missverständnisse zwischen Nico Rehman (der die Domain angemeldet hatte) und meiner Wenigkeit gab - Nico hat das Blog nicht mehr beobachtet und wähnte es als erledigt, während ich fröhlich weiter gepostet habe. Er hat die Domain abgemeldet, darum sind wir nur noch über Blogsome zu erreichen… wie auch immer.

Der Witz an der Sache ist folgender: Kaum war die Domain weg (ich hatte darüber nachgedacht, sie für mich persönlich wieder anzumelden), da wurde sie auch schon neu registriert. Aber nicht von mir (oder einem der anderen LSO-Autoren), sondern von einer Firma aus Leipzig mit einem technischen Ansprechpartner in Bulgarien und einem Webhoster aus England. Was dort nun erscheint, ist der übliche Werbungsmüll, den man bei allen Domains findet, die offensichtlich durch Irrtümer oder Versehen nicht registriert wurden - oder die populären Domains ähneln. Dass außerdem noch ein mysteriöser Download gestartet wird, sobald man die Seite aufruft, macht die Sache noch suspekter.

Toll. Dass unsere Domain so begehrt wäre, habe ich nicht gedacht. Ein paar Dutzend Leser am Tag stellen offenbar schon einen Wert dar, dem man nachjagen muss. Ob ich jetzt versuchen sollte, die Domain unter Verweis auf das Namensrecht zurückzubekommen? Immerhin verlinken ein paar anderer Sites noch auf die alte Domain…

30. 5. 2006

König der Blogger

Nach seiner wechselvollen politischen Karriere, die ihn seit 1941 vom „Gottkönig“ zum Gründer einer sozialistisch angehauchten Partei und zum Premierminister, später zum Staatspräsidenten und Guerilla-Führer und politischen Häftling sowie zum provisorischen Staatsoberhaupt und wieder zum König geführt hat, hat sich Kambodschas Ex-Monarch Norodom Sihanouk auch nach seiner Abdankung im Jahr 2004 und der Krönung seines Sohnes Norodom Sihamoni zum neuen König nicht komplett aufs Altenteil zurückgezogen.
In seinem Blog (www.norodomsihanouk.info) teilt der „Vater der kambodschanischen Unabhängigkeit“ der vernetzten Welt seine Ansichten über Politik, Hollywood und Gesellschaft mit. Sein Internet-Auftritt kommt dabei ohne großen technischen Firlefanz aus. Täglich ca. zwei Stunden arbeitet der 83-jährige Sihanouk an seiner Seite, in die auch schon einmal bekritzelte und eingescannte Notizzettel Eingang finden.
Die Seite hat täglich über 1.000 Besucher und ist in Englisch, Französisch und der Landessprache Khmer lesbar. Der früher nur als „Prinz Sihanouk“ (der Titel trifft nach seiner Abdankung nun wieder zu) bekannte Politsenior schreibt im Stil eines einfachen Journalisten und sieht sich selbst als „älterer Bürger, der keinerlei Amtsgewalt hat“. Dennoch hat sein Wort in Kambodscha noch großes Gewicht und auch die Medien greifen häufig auf seinen Blog zurück. (more…)

29. 5. 2006

Bewegung in die richtige Richtung

Die Blogosphäre wird erwachsen - das hört man immer einmal wieder, augenblicklich vor allem im Zusammenhang mit den Opelbloggern. Was die explizit politische und gesellschaftskritische Blogosphäre angeht, so habe ich aber auch diesen Eindruck. Als ich vor knapp zwei Jahren anfing, politische Blogs zu lesen und selbst einen zu betreiben, war das Ganze vor allem ein großer Spaß. Strikt nach Links (Sozialisten, Grüne und radikale Linke) und Rechts (Liberale, Libertäre und Konservative) sortiert, schrieben wir alle hauptsächlich Polemiken und scharf formulierte Argumentationen, ließen uns von den Anhängern der “eigenen Seite” bestätigen und vollführten in den Kommentarspalten eher das Äquivalent von Schulhofschlägereien als eine konstruktive Diskussion. Die bekanntesten Blogs waren jene, die besonders heftige und/oder geschmacklose Attacken fuhren, und wer es wagte, sich auf fremdes Terrain zu begeben, der wurde dort schlicht auseinander genommen.

Diese Situation hat sich, jedenfalls ist das mein Eindruck, mittlerweile deutlich verändert. Sicher, Blogs sind immer noch schärfer im Tonfall, klarer und subjektiver in der Argumentation als die Mainstream-Medien, die meisten Blogger aber haben sich mittlerweile in der Blogosphäre eingerichtet und sind zunehmend an inhaltlicher Auseinandersetzung und einem respektvollen Umgang miteinander interessiert. Woran mache ich das fest? (more…)

19. 5. 2006

Alles Opel oder was?

Zugegeben, ich finde das Astra-Blog auch nicht so toll; die Blogosphäre lebte bisher von einer gewissen Authentizität, die natürlich verloren geht, wenn einige ihrer Protagonisten jetzt PR für einen großen Autokonzern machen. Das alte “Midas-Dilemma” der PR kommt hier zum Tragen - Werbung und PR suchen immer nach “echtem Leben”, nach “unverfälschten Persönlichkeiten”, sprich nach der eben genannten Authentizität - und neigen doch dazu, durch ihre eigene Berührung eben das Gesuchte zu verderben und zu entwerten.

Deswegen aber gleich die ganze Blogosphäre für gescheitert zu erklären und sein eigenes Blog hinzuwerfen, wie es marcc von “Curious Creatures” gerade getan hat, halte ich doch für eine Überreaktion. (more…)

18. 5. 2006

Gefahr von Links (Report Mainz)

Offenbar steigt nicht nur die rechts-, sondern auch die linksextreme Gewalt an, wie der Report aus Mainz berichtet (via Externspeicher).

Und wegen solcher Leute ist es mir unangenehm, wenn Menschen im politischen Diskurs über Revolution sprechen. Ob das nun der Ver.di-Mensch ist, der vom “mangelnden revolutionären Potenzial in den Betrieben” spricht (ich habe ihn, so glaube ich, schon einmal erwähnt) oder “Che”, der hier in relativ abstrakter und theoretischer Art und Weise die Möglichkeiten der Enteignung im Falle einer Revolution im Kommentarbereich erörtert.

Ich habe keine Löschungen vorgenommen, obwohl die Diskussion gegen meinen Willen off-topic weitergeführt wurde - ich bitte aber darum, hier demnächst auf “revolutionäres” Gerede zu verzichten. Ganz freundlich, als Hausregel. In Ordnung?

17. 5. 2006

Noch mal die Blogroll

Und noch einmal habe ich unsere Blogroll überarbeitet. Der Grund dafür liegt zum einen darin, dass ich die Schwierigkeit einsehe, Blogger politisch zu beurteilen und in “Schubladen” zusammenzufassen. Bei einigen geht es leicht, bei anderen hingegen so schwer, dass das Unterfangen relativ sinnlos wird.

Zum anderen habe ich aber auch meine Ordner im Feedreader neu eingeteilt, um der wachsenden Zahl an Blogs Herr zu werden, und die neue Struktur schien dafür einfach besser geeignet. Ich unterteile nun nach der Frequenz, mit der ich selbst die entsprechenden Blogs lese. Manche lese ich täglich und vollständig, andere nur sehr oberflächlich, und wieder andere nur dann, wenn ich gerade viel Zeit habe. Diese Einstufungen sind flexibel und dürften sich durchaus im Laufe der Zeit ändern.

27. 4. 2006

FR-Online: “Das Gebot der Stunde”

Ich muss die Frankfurter Rundschau einmal loben: Ihr Onlineauftritt mausert sich immer mehr zu einer modernen Plattform heraus. Schon seit einer Weile gefällt mir die Kategorie “Blogosphäre”, in der der Blogger und Journalist Mario Sixtus eine Übersicht über die großen Themen derselben gibt. Transparency International, Neukölln, Popetown hießen die letzten Themen - zu jedem Thema sucht Sixtus eine Handvoll Blogbeiträge zusammen, sucht knackige Kernsätze heraus und fügt diese zu einem Gesamtkommentar zusammen. Natürlich nicht, ohne auch ordentlich auf die Beiträge (und in einem kleinen Kasten noch mal auf die Blogs) zu verlinken. Sehr gelungen.

Und dieses Lob hat natürlich überhaupt nichts mit dem aktuellen Beitrag der “Blogosphäre” zu tun. “Das Gebot der Stunde” beschäftigt sich mit der Kritik an Ursula von der Leyen, und irgendwie hat es auch meine Analyse von Grundgesetz und 10 Geboten dorthin geschafft. Ich fühle mich geehrt.

9. 4. 2006

Uni Essen bewirbt Pornoseiten und Online-Casinos

Wer einen Blog oder ein Forum betreibt, dem ist wohl auch schon zu Ohren gekommen, welche Gefahr offene Kommentarsektionen darstellen können. Denn rechtlich verantwortlich für den Inhalt der abgegebenen Kommentare ist zunächst einmal der Betreiber der Website, wie er im Impressum genannt wird. Auch der Hinweis, man habe die Kommentare schließlich nicht selbst verfasst, prallt vor Gericht einfach ab: Der Betreiber ist verpflichtet, sie zeitnah (oder gar bereits vor der Veröffentlichung) auf ihre Legalität zu überprüfen und gegebenenfalls zu entfernen - tut er das nicht, so ist er für Gesetzesverstöße haftbar zu machen. Der Spreeblick sieht darin eine große Gefahr für die Existenz von Blogs und Foren im Allgemeinen.

Doch wie es mit dem öffentlichen Dienst so ist, versagt man dort häufiger daran, die Erwartungen selbst einzuhalten, die man an Privatleute stellt. Ein Beispiel dafür ist die “Porta Lingua” der Universität Essen, wo Neuigkeiten aus der Welt der Linguistik mit Hilfe des Mambo-Contentmanagementsystems zur Verfügung gestellt werden. Ähnlich wie das bei Bloggern beliebte WordPress erlaubt es auch Mambo, dass die Leser Kommentare zu den entsprechenden Beiträgen abgeben. Und ähnlich wie ein Blogger sollte daher wohl auch der Administrator dieser Webseite regelmäßig die Kommentare sichten und bearbeiten. Oder zumindest überhaupt irgendwann einmal.

Wie man aber auf dieser Seite leicht erkennen kann, ist das zumindest seit dem Juni des vergangenen Jahres nicht mehr geschehen. Seitdem sammeln sich nämlich die üblichen Spam-Kommentare, die auch jeder Blogger kennt. Vom Onlinecasino über Hardcore-Pornografie bis hin zu günstigen Hypotheken und diversen Mittelchen zur Erektionsförderung hat sich hier schon alles eingefunden. Und das unter einem Button “Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung”. Ob Frau Schavan wohl weiß, welche Glücksspiele und Pornos da mit Unterstützung ihres Ministeriums empfohlen werden?

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