Reiseverbot für Kinder?
Wenn es um die Türkei geht, reagieren Bayern schon einmal etwas heftig. Etwa die bayerischen Politiker, die geschlossen gegen einen möglichen EU-Beitritt der Türken kämpfen (und dabei die Mehrheit ihrer Landsleute auf ihrer Seite haben). Aber auch bayrische Amtsrichter, die in Familienstreitigkeiten zu entscheiden haben. So untersagte das Amtsgericht Fürstenfeldbruck einem geschiedenen Vater, seinen Sohn mit in den Türkei-Urlaub zu nehmen. Begründet wird das mit dem Sicherheitsbedürfnis des Kindes, das andere Erwägungen in der Bedeutung übersteige.
Das Gericht gibt zwar zu, dass keine “konkrete Gefahr” besteht, aber die allgemeine Sicherheitslage, bedingt durch die jüngsten Terroranschläge am Bosporus, reiche aus, um eine Reise des Jungen zu untersagen. Würde man vergleichbare Kriterien auch bei Reisen in andere Länder anlegen, könnte man mit seinen Kindern nicht mehr sehr weit reisen: (more…)
Eine kleine Überraschung sind die
Jaja,
Die Diskussion um die zukünftige Organisation der Europäischen Union spitzt sich nach dem Scheitern des ersten Verfassungsentwurfs nun zu. Waren es in den Achtziger und Neunziger Jahren noch eher die zentralstaatlichen Modelle Deutschlands und Frankreichs, so fordern große Teile der Öffentlichkeit mittlerweile eine offenere Organisation des europäischen Bündnisses. Bei vielen der so genannten Euroskeptiker handelt es sich dabei wohl um den nur flüchtig getarnten Wunsch nach einem völligen Ende der Union; nationalistische Töne sind von Italien über Polen bis hin zur UKIP in Großbritannien wieder zahlreich geworden.
Mein gestriger Beitrag zum Treffen der rechtsextremen Elite Europas in Wien rief auch einen Kommentar von marcc hervor, der Anlass zu interessanten Überlegungen bot: “Wie kann denn ein ‘Nationalisten aller Länder vereinigt euch’ funktionieren?”, fragte er dort. Als Antwort verwies ich auf die Möglichkeit, dass sich die Ideologien der extremen Rechten vom Nationalismus weg, hin zu einer Art “Kontinentalismus” entwickeln könnten - oder genauer zu einem Kontinentalchauvinismus. Eine solche Strategie scheint mir auch hinreichend wirkungsvoll, da sie - angesichts des momentanen Diskurses - auch eine breite Öffentlichkeit ansprechen könnte. Eine Ideologie etwa, die die Bewohner anderer Kontinente wahlweise als “raffgierig, gewalttätig und hedonistisch” oder aber als “kulturell unterentwickelt und unfähig zu moderner Lebensweise” charakterisiert, dürfte sowohl rechts als auch links der politischen Mitte vorhandene Komplexe bei Enzensbergers “radikalen Verlierern” kanalisieren. Durch eine mythische Überhöhung der eigenen Kultur, Menschen und Werte würde das entstehende pro-europäische Gefühl für einen neuen Chauvinismus dienlich gemacht.
Am 23. Oktober dieses Jahres wurde 
Nach dem Sieg Lech Kaczynskis bei den polnischen Präsidentschaftswahlen scheint sich das Klima zwischen der PiS und der “








