Der NRW-Arbeitsminister geht seinen Namensvettern an den Kragen: Um demnächst Arbeitswillige von “Laumännern” unterscheiden zu können, sollen Personen, die Arbeitslosengeld II beantragen, künftig genauer unter die Lupe genommen werden.
Als ich von der Idee im Radio hörte, war ich entsetzt - dort wurde das Thema so vermittelt, dass demnächst alle jüngeren Arbeitslosen jeden Tag von 7 Uhr an ihren Tag im Arbeitsamt verbringen müssten, um dort die meiste Zeit zu warten und “zwischendurch” die eine oder andere Förderung zu erhalten. Wenn man das Thema aber einmal genauer betrachtet, dann fordert der Arbeitsminister nur, dass jeder Hilfeempfänger so schnell als möglich einer Förderung, einem Jobangebot oder Fortbildungsmaßnahmen zugeführt werden soll - und diese eben im Zweifelsfalle auch einmal früh morgens angesetzt werden. Dagegen kann man meiner Auffassung nach nicht viel einwenden.
Erfreulich wäre auch, wenn stimmen würde, was der Vertreter der BA dazu sagte: Dass für ein solches Projekt nämlich ausreichend Personal zur Verfügung stünde. Dann soll mich freuen, dass man dort neue Leute eingestellt hat - bisher ist das nämlich nicht der Fall, selbst engagierte Arbeitslose, die von allein mehrfach um Termine bitten, müssen manchmal wochenlang auf ein Gespräch oder gar eine Maßnahme warten.
Insgesamt kann ich den lauten Protest aber nicht verstehen, denn Laumann hat sich auch deutlich gegen eine Senkung des ALG II ausgesprochen. Wer, wie Christian Wulff es gern tut, eine Senkung dieser Hilfe fordert, solle “doch mal einen Monat von 345 Euro leben”, empfahl der Arbeitsminister.
Nur der Laumann ist also im Visier des Laumann. Erfreulich.