31. 7. 2006

Karnevalsgastgeber

Die Liberale Stimme freut sich, Gastgeber für den nächsten Karneval der Deutsch-Amerikanischen Beziehungen (Carnival of German-American Relations) sein zu dürfen. Wir teilen uns diese Ehre mit dem US-Gastgeber Dialog International, wo David Vickrey verantwortlich zeichnet.

Die meisten unserer Leser wissen sicherlich, worum es bei dieser Aktion geht und wie sie funktioniert; für die, die noch nie davon gehört haben, folgt eine Erläuterung des Blogkarnevals an sich sowie dieser speziellen Aktion am Ende dieses Beitrages.

Für alle anderen möchte ich kurz anmerken, welche Vorstellungen und Wünsche ich mit unserer Rolle als Gastgeber verknüpfe - mit etwas Glück lässt sich ja das Eine oder Andere davon erreichen. Die bisherigen Carnivals of G-A Relations wurden in doppelter Hinsicht von bestimmten Gruppen von Bloggern dominiert - jedenfalls was die deutsche Seite anging. (more…)

30. 7. 2006

Bütis Welt

Abgelegt unter Karsten Dürotin, Personen

Ich gucke gerade das Sommerinterview mit Reinhard Bütikofer. Ein echtes Erlebnis: Der Mann verkündete nicht nur, dass Kernenergie niemals das Potenzial habe, das Öl als Energieträger abzulösen (regenerative Energiequellen aber schon), sondern auch, dass Rot/Grün nach augenblicklichen Umfragen eine Chance habe, nach den nächsten Wahlen die Regierung zu stellen.

Da frage ich mich doch: Was hat der Mann geraucht? Oder ist es die Hitze?

Wir stellen ein

Die ganze Misere des deutschen Arbeitsmarkt in einem Foto, aufgenommen bei Lekkerland in Frechen:

Na gut, nicht die ganze Misere. Die bekäme man wohl erst, wenn ein Schild “Wir entlassen” daneben stünde. Aber wer würde sich das schon trauen? Gerling? Die Allianz? Wohl kaum.

29. 7. 2006

Discounterdichte

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die Anzahl verfügbarer Standorte für Discounter in Deutschland allmählich etwas knapp wird. Mittlerweile hocken die ja schon unmittelbar aufeinander:

Links Aldi, rechts Lidl… da kann man sich ja gar nicht entscheiden. :(

28. 7. 2006

Stöckchen

Ich habe bisher noch nie bei diesen Stöckchen-Spielen mitgemacht. Gut, das mag vor allem daran gelegen haben, dass mir auch noch keiner eines “zugeworfen” hat, hat aber auch damit zu tun, dass es mir wie eine Art Kinderspiel erscheint - vor allem, da die Fragen bei diesen Spielen oft recht oberflächlich sind und sich oft wiederholen. Darum habe ich eine ganze Weile überlegt, ob ich das Stöckchen, das “SoWhy?” mir zugeworfen hat, wirklich auffangen sollte. Immerhin gibt es so viel anderes, was ich hier schreiben will, und nebenbei habe ich auch noch viel zu tun…

Ich habe es aber dann doch getan, unter anderem, weil sich dieses Stöckchen mit einem interessanten blogwisssenschaftlichen Experiment verbindet - nämlich dem Stöckchentracker von DonsTag, der auch der Urheber dieses speziellen Stöckchens ist. Der Tracker macht den Verlauf des Stöckchenspiels sichtbar und erstellt damit eine Ausschnittskarte der deutschen Blogosphäre, die sichtbar macht, wer wo liest und mit wem in Kommunikation steht. Fast schon eine Art soziologisches Experiment, könnte man sagen. Und da ich an so etwas Spaß habe, apportiere ich also hier: (more…)

27. 7. 2006

Leistungsschau

“Wir haben einen Fernsehvertrag über eine Sportveranstaltung, und nicht über eine Pharma-Leistungsschau, abgeschlossen”.

ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender zu Überlegungen seines Senders, auf die Berichterstattung von der Tour de France zu verzichten.

Ansonsten hat auch Rayson einen Kommentar zur Tour und dem Doping-Fall Landis abgegeben, der sehr amüsant zu lesen ist.

26. 7. 2006

Ohnmacht

Abgelegt unter Außenpolitik, Yasar Mert

Viele von uns kennen dieses Gefühl: das Gefühl der Ohnmächtigkeit gegenüber einem schier übermächtigem Ereignis.

Ja - ich spreche von dem Krieg den Israel mit seiner hochgerüsteten Kriegsmaschine gegen das palästinensiche und libanesische Volk führt. Es geht nicht nur gegen die Hisbollah oder gegen die Hamas - allerdings ist das was uns die Medien glauben lassen wollen.
Nein - es geht um die Zerstörung der Zukunft und der Hoffnung von Tausenden von Kindern. Es geht darum, dass die israelische Kriegsmaschinerie sowohl palästinensische als auch libanesische Zivilisten (darunter viele nicht-Erwachsene) rücksichtslos mit der geballten Kraft ihrer Macht bombardiert. Diese zerbombadierten Menschen werden die zukünftigen Feindes Israels sein - es sei denn sie werden getötet. (more…)

Konsequenzen müssen folgen

Nach dem israelischen Beschuss einer Blauhelmanlage im südlichen Libanon hat UNO-Generalsekretär Kofi Annan schwerste Vorwürfe gegen Israel erhoben: Der Beschuss des Postens sei “offenbar vorsätzlich” erfolgt. Damit ist klar, dass nach der Untersuchung der Angelegenheit durch die internationale Gemeinschaft Konsequenzen folgen müssen. Sollte sich Annans Behauptung bestätigen, müssten ganz selbstverständlich Sanktionen gegen Israel folgen - ein Staat, der absichtlich Anlagen und Truppen der Weltgemeinschaft bombardiert, muss strikt und konsequent zur Rechenschaft gezogen werden.

Lassen sich seine Vorwürfe aber nicht belegen, dann wäre alles andere als ein sofortiger Rücktritt Annans eine Frechheit. Sein einseitiges Verhalten im bisherigen Nahostkonflikt war schon oft Thema, wenn etwa antizionistische Konferenzen von der UNO gesponsert und ausgerichtet wurden - von ihm persönlich geäußerte falsche Anschuldigungen dieser Größenordnung würden ihn als Oberhaupt der UNO untragbar machen.

So oder so, es muss Konsequenzen geben.

Abgeordnetenmandat und Doppelfunktion

Überaus faszinierend, was sich da im Gefolge der gescheiterten Beschäftigung von Norbert Röttgen als Geschäftsführer des BDI so entwickelt. Vornweg gesagt: Ich bin davon überzeugt, dass das Mandat eines Abgeordneten ein Vollzeitjob ist, neben dem es kaum möglich sein darf und kann, noch allzu viele Nebenbeschäftigungen auszuüben. Wenn jemand Erfahrungen aus der Wirtschaft, aus Sozialverbänden, Gewerkschaften oder der Verwaltung mitbringt, ist das wunderbar. Neben dem Mandat aber noch einen zweiten, dritten oder gar vierten Job auszuüben, wie es Oliver Luksic nicht nur akzeptiert, sondern sogar noch fordert, halte ich für einen Betrug am Wähler. Zum einen, weil sich dadurch oftmals tiefgreifende Interessenkonflikte auftun, vor allem aber, weil man das Mandat nicht erhalten hat, um es dann wie ein eher lästiges Hobby zu behandeln: Es ist die primäre Aufgabe des Abgeordneten, und wer das nicht so sehen mag, hat im Parlament nichts zu suchen. Dazu hat die Tagesschau übrigens auch ein gutes Interview mit Ulrich Müller von Lobbycontrol gebracht.

Nun aber zur aktuellen Diskussion über die Doppelfunktion. Dort gibt es nämlich schon dicht unter der Oberfläche einiges, was das leichte Kratzen zu einer lohnenden Angelegenheit macht. (more…)

Der nun wieder…

Abgelegt unter Karsten Dürotin, Humor

Von Jürgen Hass, einem gescheiterten FDP-Kommunalpolitiker vom Niederrhein, hatte ich zum ersten Mal in einer “Express” gelesen, die mir ein Vereinskamerad Anfang Mai zum Lesen überlassen hat. Der gute Mann wohnt in Paraguay, lebt dort von seiner deutschen Rente und hat es sich zum Ziel gemacht, 1000 Kinder aus Ländern der dritten Welt zu adoptieren, damit diese vom deutschen Sozialsystem versorgt werden und hierzulande Einreisberechtigung und die Chance auf eine Ausbildung erhalten. Mit Nächstenliebe hat das aber nur begrenzt zu tun - offenbar ist Hass (ein wahrhaft sprechender Name) vor allem daran gelegen, dem deutschen Staat zu schaden, auf den er, nun ja, großen Hass empfindet. Der frühere Versicherungskaufmann ist wegen Betrugs hierzulande verurteilt worden, fühlt sich aber unschuldig und will nun mit einem Rachefeldzug Vergeltung üben.

Dazu gehört es offenbar auch, Horst Köhler zu verklagen: Vor Gericht wollte er erzwingen, dass der Bundespräsident die Ehrenpatenschaft für jedes achte seiner Kinder übernimmt. Er ist damit allerdings gescheitert, wie N24 berichtet.

Ich habe ja in den letzten Monaten schon öfter gehört, dass die Menschen am Niederrhein oft etwas eigen sein sollen. Aber der Typ schießt wirklich den Vogel ab.

25. 7. 2006

Hass und Kalkül (FR-Blog)

Dieser Artikel beim FR-Blog hat mir sehr gut gefallen - er beschäftigt sich mit den Leserbriefen, die die Frankfurter Rundschau zum Thema ihrer Nahost-Berichterstattung erhalten hat und zeigt auf, wie einseitig die meisten Mitmenschen diesen Konflikt sehen. Bronski weist darauf hin, dass das Thema mehr Differenzierung gebrauchen könnte. Zurecht.

24. 7. 2006

Leck beim Verfassungsschutz

Abgelegt unter Karsten Dürotin, Humor

Wie die Lokalzeit Köln heute berichtete, gab es heute beim Bundesverfassungsschutz in Köln-Chorweiler eine undichte Stelle. Glücklicherweise konnte die angerückte Feuerwehr diese aber schnell identifizieren: Es handelte sich um zwei Putzmittelbehälter, aus denen geringe Mengen Ammoniak entwich. Obwohl dieses in hohen Konzentrationen zu Atemnot und Lungenschädigungen führen kann, waren die Schlapphüte zu keiner Zeit in Gefahr. Wie die Moderatorin anmerkte, ist das auch gut so - denn “Geheimdienstler, die ständig husten, bleiben nicht lange geheim”. Recht hat sie.

23. 7. 2006

Wieder zurück

Kay weilt derzeit noch in Schwerin, ich selbst bin gerade vom Nürburgring zurückgekommen - der Truck Grand Prix soll sehr nett gewesen sein, ich habe aber leider nicht sehr viel davon gesehen, weil ich hauptsächlich mit der Überschwemmung auf unserem Campingplatz zu tun hatte. Dieser kurze Trip hat mich vor allem in einer Meinung bestätigt: Nie wieder Camping.

Da sitze ich lieber in der trockenen Wohnung hier und blogge. Okay, hier hat es nicht so viele PS, und die Zahl der Menschen, die gute Stimmung verbreiten, ist auch geringer - aber zumindest bin ich nach dem Duschen nicht genauso matschverschmiert wie zuvor. Wie kann man es nur toll finden, in einem Zelt zu wohnen hausen? Kapier ich nicht.

19. 7. 2006

Comeback eines Fossils?

Abgelegt unter Kay Hanisch, Außenpolitik

Bei den ersten demokratischen Wahlen im Kongo seit seiner Unabhängigkeit 1960 am 30. Juli tritt eine neue Politikergeneration an. Ihre Nachnamen sind bekannt, es sind meist Töchter, Söhne oder Enkel ehemaliger Präsidenten, Premiers oder anderer Spitzenpolitiker. Präsident Joseph Kabila hat das Amt von seinem 2001 ermordeten Adoptivvater „geerbt“. Unter seinen 32 (!) Gegenkandidaten finden sich klangvolle Namen wie Justine Mpoyo Kasavubu, Tochter des ersten Staatspräsidenten Joseph Kasavubu (1960-65). Mit Guy-Patrice Lumumba tritt ein Sohn des legendären Unabhängigkeitspremiers an, Nzanga Mobutu hingegen kandidiert in Equateur und ist der Sohn des früheren Diktators Mobutu, der als „König der Diebe“ 32 Jahre das Land ausplündern durfte. Doch unter die zahlreichen Abkömmlinge großer Politiker hat sich ein „Original“ gemischt: der 80-jährige Antoine Gizenga, der 1960 nach der Ermordung Lumumbas während der Kongo-Krise als Chef einer international viel beachteten sozialistischen „Gegenregierung“ in der Ostprovinz um Stanleyville für Aufsehen sorgte, will Präsident Kabila ablösen. Dazu verfügt er nach dem Präsidenten über die am besten organisierte Anhängerschaft aller Kandidaten.

Im April 1959 hatte Antoine Gizenga die radikale „Partei der Afrikanischen Solidarität“ PSA gegründet. Kurz darauf vertrat er seine Partei bei der Brüsseler Allparteienkonferenz, die vorbereitende Verhandlungen für die Unabhängigkeit Belgisch-Kongos und die ersten Wahlen führte. Doch statt an der Konferenz teilzunehmen, tourte Gizenga durch den Ostblock und machte auf seiner Rückreise bei Sekou Touré, dem marxistischen Präsidenten von Guinea Station. (more…)

18. 7. 2006

Mehr Deutsch-Englisches

Abgelegt unter Karsten Dürotin, Humor

Das ist vielleicht etwas flach… aber ich fand es einfach lustig.

Dieser gute Mann bekommt sicher auch Probleme, wenn er im angloamerikanischen Sprachraum unterwegs ist:

Naja, er kann ja mit dem Busunternehmen verreisen, das ich vor einigen Wochen vorgestellt habe… ;)

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